Kostenloskultur Hipstersex, Trolle, Selbstgespräche - die Netztipps fürs Wochenende

Hipster verlieben sich in der Webserie "Mann/Frau", Trolle attackieren die Nutzer der App "Kingdom Rush" - und mit "Yoin" startet ein Jugendmagazin für alle mit und ohne Behinderung. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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Webserie: Zweite Staffel "Mann/ Frau" online

Zwanzig neue Folgen von Christian Ulmens Webserie "Mann/ Frau" sind jetzt kostenlos auf YouTube zu sehen. Produziert wurde die Serie von Puls, dem Jugendkanal des Bayerischen Rundfunks.

Spiele-App "Kingdom Rush" jetzt gratis

Das Tower-Defense-Spiel "Kingdom Rush" soll nun für immer gratis sein, wie die Entwickler über Twitter mitteilen. Die App gibt es für iOS und Android.

Interview-Reihe: "Kessler ist..."

In der ZDFneo-Reihe "Kessler ist..." verkleidet sich Komiker Michael Kessler als sein Gesprächspartner. Zwölf Folgen sind für ein Jahr in der ZDF-Mediathek abrufbar, unter anderem mit Götz Alsmann, Michael Mittermeier, Horst Lichter und Heino.

Street View nonstop: "Globe Genie":

Auf der Website GlobeGenie.com kann der Nutzer auf eine virtuelle Weltreise gehen. Die Seite zeigt eine Slideshow mit zufällig ausgewählten Aufnahmen von Google Street View.

Jugendmagazin "Yoin"

Das neue Jugendmagazin "Yoin" macht Fernsehen für Leute mit und ohne Behinderung. Die erste Folge ist auf Vimeo zu sehen.

Tindern, skypen, chillen: Neue Staffel "Mann/Frau"

Die Webserie "Mann/Frau" lässt das Hipstertum hochleben, dabei ist ihr kein Klischee zu schade: Hoodies statt Hemden, Skaten statt Radfahren, Skypen statt Telefonieren, Tindern statt Daten. Während die erste Staffel von zwei Singles aus Berlin erzählte, geht es in der neuen Staffel um eine Viererbeziehung.

Obwohl die meisten Folgen nur um Sex und Liebeskummer kreisen, ist an Langeweile kaum zu denken: Schnelle Schnitte, sexy Posen und knallige Farbfilter machen es dem Zuschauer besonders schwer, wegzuklicken. Oft dauert es nur zwei Sekunden bis zum nächsten überraschenden Gegenschuss oder Jump Cut.

Problemlos lassen sich alle Folgen am Stück schauen - eine Folge dauert nur drei bis fünf Minuten. Für beide Staffeln gibt es entsprechende YouTube-Playlists auf dem Kanal des BR-Jugendsenders "Puls".

Der Nachmacher: Selbstgespräche mit Michael Kessler

Ich bin du: Michael Kessler (l.) und Götz Alsmann (r.)
ZDF

Ich bin du: Michael Kessler (l.) und Götz Alsmann (r.)

So ein Interview hat es noch nie gegeben, das verspricht Michael Kessler zu Beginn jeder Folge von "Kessler ist...". Der Komiker verkleidet sich als sein Gesprächsgast, lässt sein Gesicht vom Maskenbildner bearbeiten, ahmt sogar die Stimme und Gesten nach. Dann soll der Gast sein eigenes Spiegelbild über sich selbst befragen.

Vieles an der ZDFneo-Reihe ist künstlich, nicht nur die Masken von Michael Kessler. Bevor das Interview losgeht, bekommt der Zuschauer Vorabgespräche zu sehen; sie sollen zeigen, wie Kessler seinen Gast kennenlernt. Nur wirken die Gespräche inszeniert - und schnell drängt sich der Eindruck auf, dass die Macher die eigentliche Recherche von einem Autorenteam im Hintergrund lieber verheimlichen wollten.

Das Ergebnis ist trotzdem sehenswert: Während beispielsweise Musiker Götz Alsmann sein Double stolz bewundert, scheint Fernsehkoch Horst Lichter den Tränen nahe - und Schlagersängerin Stefanie Hertel fremdelt etwas mit ihrem Spiegelbild und stellt kritische Nachfragen.

Die Trolle kommen: "Kingdom Rush"

Screenshot von "Kingdom Rush": Jetzt gratis
Ironhide Game Studio

Screenshot von "Kingdom Rush": Jetzt gratis

Der Pfeilhagel hält die Trolle nicht auf - da hilft nur ein Zauberer mit seinen Lichtblitzen. Beim Tower-Defense-Spiel "Kingdom Rush" verteidigt sich der Spieler mit Bogenschützen, Rittern und Magiern gegen Trolle, Spinnen und wandelnde Skelette.

Das gelingt nur mit Taktik. Der Nutzer muss geschickt entscheiden, wie er sein Budget für Truppen und Türme einsetzt. Wer sich unterfordert fühlt, kann bei jedem Level den Schwierigkeitsgrad erhöhen.

"Kingdom Rush" sticht im Vergleich mit anderen Tower-Defense-Spielen hervor: durch liebevolle Grafik und anspruchsvolle Levels, die sich auch ohne In-App-Käufe lösen lassen. Wie die Entwickler auf Twitter schreiben, soll das Spiel für iOS und Android künftig für immer kostenlos bleiben.

"Coole Leute": Jugendmagazin Yoin

Yoin-Moderatorin im Studio: Kim Denise Hansmann
Vimeo/ abm-medien

Yoin-Moderatorin im Studio: Kim Denise Hansmann

Dieses Magazin soll jeder sehen können: Auf Wunsch können sich Nutzer die Sendung "Yoin" mit Untertiteln, Gebärdensprache oder Audiodeskripition anschauen, es gibt auch eine Version mit Erklärungen in einfacher Sprache. Um Behinderungen geht es bei "Yoin" aber nicht - obwohl einige Protagonisten der Sendung eine Behinderung haben.

Bei "Yoin" geht es um "coole Leute" und ihre Interessen, wie die Macher auf ihrer Webseite schreiben, nicht um Handicaps. In der ersten Folge stellt die 18-jährige Moderatorin Kim Denise Hansmann einen Graffiti-Künstler vor, interviewt einen Poetry Slammer, zeigt die Band "Blind and Lame" beim Konzert.

Der YouTuber Jan Karres soll in der Sendung eine feste Kolumne bekommen. Mit den Videos auf seinem Kanal "So behindert" will er Zuschauern die Verlegenheit nehmen, wenn es um Menschen mit Behinderung geht. Noch mehr inklusive Fernsehformate gibt es auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien.

Virtuelle Weltreise: "Globe Genie"

Screenshot von "Globe Genie": Eine Straße in Südamerika
globegenie.com

Screenshot von "Globe Genie": Eine Straße in Südamerika

"Globe Genie" verwandelt die Welt in eine Slideshow. In Endlosschleife zeigt die Website zufällig ausgewählte Aufnahmen von Google Street View. So folgt beispielsweise auf eine Küstenstraße in Wales ein argentinischer Schotterweg - und wird von einer Schneepiste in Japan abgelöst.

Wer ein paar Minuten lang "Globe Genie" verfolgt, bekommt einen faszinierenden Eindruck von der Vermessung der Welt. Wer will, kann sich mit einem Klick auf die Menüleiste auch gezielt Aufnahmen von bestimmten Kontinenten anzeigen lassen.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Webseite des Projekts "Random Google Maps". Dort bekommt der Nutzer eine Slideshow mit abstrakten Kunstwerken zu sehen - es sind Ausschnitte des Kartendienstes Google Maps, die ein Computerprogramm automatisch ausgewählt und eingefärbt hat.


Nichts gefunden? Diese Tipps gab es vergangene Woche:

Hommage an Edward Hopper: "Hopper revisited"

Acht Filmemacher erwecken Gemälde von des US-Amerikaners Edward Hopper zum Leben. Die Kurzfilme sind unter dem Titel "Hopper revisited" bis 14. September in der Arte-Mediathek zu sehen.

Mockumentary "Twinfruit"

"Twinfruit" erzählt die absurde Geschichte eines TV-Werbespots für Dosenfrüchte. Die Satire ist bis 14. September in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Doku: "Digital Diary – Sexualität Weltweit"

In der Dokumentation "Digital Diary – Sexualität Weltweit" erzählen Menschen aus Europa, Asien und Amerika über Sex und Liebe. Die Produktion von WDR und dem Videoportal "dbate" ist auf YouTube zu sehen.

Spiele-App "Two Dots"

Bei "TwoDots" muss der Spieler geschickt farbige Punkte miteinander verbinden. Das Spiel gibt es kostenlos für iOS und Android.

YouTube-Kanal: "Schwarzrotgold TV"

Auf dem YouTube-Kanal "Schwarzrotgold TV" spricht der Journalist und Sportler Jermain Raffington mit schwarzen Deutschen über Toleranz und Rassismus.

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