Webvideopreis Tischdeckentrick geht grauenhaft schief

Übel sieht das aus, richtig übel. Beim ersten Mal klappt der Trick nicht, beim zweiten Mal auch nicht, beim dritten Mal läuft die Sache fast noch schlechter - und beim vierten Mal passiert dann die Katastrophe. Tödlich? Oder doch bloß ein Trick?

SPIEGEL ONLINE /stopptdieshow.de

Das Wohnzimmer könnte einen misstrauisch machen. Diese Tapeten, dieses Mobiliar, diese Schrankwand aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts - wohnt so wirklich noch jemand? Jemand, der jung genug ist, Kinder im Alter von Sven und Michel zu haben?

Die beiden Jungs wollen augenscheinlich via YouTube berühmt werden, und zwar mit dem guten alten Tischdeckentrick: Wenn man schnell genug zieht, bleibt das Geschirr stehen, die Tischdecke flutscht reibungslos darunter hervor, alle sind beeindruckt. Sven und Michel aber ziehen nicht schnell genug. Der erste Versuch scheitert, der zweite auch, dann der dritte. Beim vierten klappt's endlich. Aber nur das mit der Tischdecke. Dafür passiert augenscheinlich eine Katastrophe, die womöglich tödlich, zumindest aber nach schweren Verletzungen aussieht.

Tatsächlich sind Michel und Sven unversehrt. Die vier Clips zum Tischdeckentrick waren Teil einer viralen Werbekampagne für ein Varietétheater. Die ging noch weiter: Nach dem vermeintlichen Unfall, angeblich inspiriert durch eine Varieténummer, beginnt die Mutter des vermeintlich zum Varietéopfer gewordenen Jungen eine Kampagne namens "Stoppt die Show", mit der sie Varietévorstellungen verbieten lassen will. Sogar einen fiktiven Nachrichtenbeitrag ließen die Viralwerber anfertigen, der neben der verzweifelten Mutter auch vermeintliche Experten und andere Betroffene zu Wort kommen lässt. Auf der Kampagnenwebsite wird dann aufgeklärt und man kann Karten für eine Varietévorstellung gewinnen.

Bei YouTube aber nahmen viele die Videos ernst - ein angeblich brasilianischer Nutzer wies sogar in einem eigens angefertigten Analysevideo nach, dass die Sache im vierten Clip nicht ohne Schnitt gelaufen sein konnte. Das Analysevideo ist bis heute fast 490.000-mal angesehen worden, das Tischdeckentrick-Video mit der Nummer vier bewegt sich auf die 13-Millionen-Marke zu.

Nun haben die Macher ihre Kampagnenclips für den deutschen Webvideopreis eingereicht, in der Kategorie OMG (Oh My God), in der das Überraschende, Verblüffende ausgezeichnet werden soll. Bis zum 29. März kann man auf den Seiten des Webvideopreises für das Video abstimmen.

Deutscher Webvideopreis
  • Der deutsche Webvideopreis wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal vergeben. In diesem Jahr wurden in neun Kategorien Dutzende Netz-Filme nominiert, aus allen nominierten Einreichungen konnte jeder Interessierte vom 1. März bis 29. März online die Publikumspreisträger 2012 wählen. Die Gewinner der Abstimmung wurden zusammen mit den Jury-Preisträgern am 31. März 2012 in Düsseldorf gekürt. SPIEGEL ONLINE ist Medienpartner des Deutschen Webvideopreises.

cis



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Snoozel 06.03.2012
1.
Netter Fake. Erst geht die Vase kaputt, dann steht sie wieder. Und im letzten Part wird auch gemogelt, das Zeug auf der Tischdecke ist befestigt, die Decke wird viel zu langsam gezogen.
Nania 06.03.2012
2.
Zitat von SnoozelNetter Fake. Erst geht die Vase kaputt, dann steht sie wieder. Und im letzten Part wird auch gemogelt, das Zeug auf der Tischdecke ist befestigt, die Decke wird viel zu langsam gezogen.
Jep. Und auch wenn der letzte Teil des Films ohne einen Schnitt gedreht worden ist, gibt es viele vorstellbare Möglichkeiten (kein echtes Zimmer, Loch im Boden, keine echte Schrankwand usw.), die dazu führen, dass es eben ein Film mit einem netten Trick ist, und sonst nichts ;)
Tsardian 06.03.2012
3. ...
Zitat von sysopYouTube / stopptdieshow.deÜbel sieht das aus, richtig übel. Beim ersten Mal klappt der Trick nicht, beim zweiten Mal auch nicht, beim dritten Mal läuft die Sache fast noch schlechter - und beim vierten Mal passiert dann die Katastrophe. Tödlich? Oder doch bloß ein Trick? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,819645,00.html
Ist irgendwie immer peinlich wenn Zeitungen oder TV-Sender Webvideos aufgreifen die schon seit einer halben Ewigkeit im Netz zirkulieren.
karloo 06.03.2012
4.
Zitat von sysopYouTube / stopptdieshow.deÜbel sieht das aus, richtig übel. Beim ersten Mal klappt der Trick nicht, beim zweiten Mal auch nicht, beim dritten Mal läuft die Sache fast noch schlechter - und beim vierten Mal passiert dann die Katastrophe. Tödlich? Oder doch bloß ein Trick? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,819645,00.html
Beim 4. Trick erkennt man auch noch das der Junge(Michel) sich nochmal extra positioniert um genau hinter dem andern zu stehen. Beim Umfallen hat er beide Hände geschlossen vor seinem Körper und sackt dann ziemlich gerade nach unten. Jeder der schon mal gegen jemand/etwas geprallt ist weiß wie man hinfliegt und zwar gehen da die Arme automatisch auf (zum Abfangen) und man würde nach vorne fliegen und nicht einfach nach unten Zusammensacken.
Feindbild_Mensch 06.03.2012
5. Glück gehabt ...
mir ist das als Kind wirklich mal passiert. Bin die schwere Schrankwand hochgeklettert und dann ist diese umgefallen (öfters gemacht, aber irgendwann ist man eben doch zu schwer für). Ich bin gott sei dank irgendwie in die Aussparrung für die Bücher gekommmen, sodass nichts passiert ist. Schreck war aber groß bei allen. Schrank hin, mehere Erwachsene nötig, um mich rauszuheben. Eigentlich hätte ich dafür den Hintern versohlt bekommen sollen, weil man mir das schön öfters verboten hatte. Genützt hat es nichts, gab auch nicht mal groß Ärge
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