Weitwurf-WM Handys zum Wegschmeißen

Fast 75 Meter weit schleudert ein Norweger sein Mobiltelefon. Er gilt deshalb als Favorit bei der morgigen Handy-Weitwurf-Weltmeisterschaft im finnischen Städtchen Savonlinna. Die Ursprünge des seltsamen Wettstreits sind angeblich Wutausbrüche wegen eines streikenden Handys.

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Offizielle Wettkampfgeräte: 2003 gingen drei zu Bruch
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Offizielle Wettkampfgeräte: 2003 gingen drei zu Bruch

Was muss passieren, damit man sein Handy mit voller Wucht in die Ecke wirft? Ein Akku, der schon wieder viel zu früh den Geist aufgibt? Oder ein Gesprächspartner, der partout nicht erreichbar ist?

Die Teilnehmer der Handy-Weitwurf-WM stellen sich derartige Fragen schon lange nicht mehr. Die Aussicht, Weltmeister zu werden, ist ihnen Motivation genug. Am Samstag treffen sich die Freunde des skurrilen Sports in der finnischen Stadt Savonlinna. Der Veranstalter des Wettbewerbs, die Übersetzungsfirma Fennolingua, rechnet mit rund hundert Teilnehmern.

Die Regeln der Handy-Wurf-WM sind simpel: Jeder Teilnehmer hat nur einen einzigen Wurf. Eigene Mobiltelefone dürfen zwar mitgebracht, jedoch nicht herumgeschleudert werden. Der Veranstalter stellt die rund 50 verschiedenen Wettkampfgeräte selbst. Die "Sportler" dürfen sich das Handy aussuchen, mit dem sie auf Titeljagd gehen.

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Skurriler Wettstreit: WM im Handy-Weitwurf

"Die Telefone sind bis zu zehn Jahre alt", sagt Veranstalterin Minna Nousiainen. Sie seien verschieden schwer. Auch topaktuelle Handys könnten geworfen werden: "Die haben meist einen Wasserschaden und funktionieren nicht mehr", erklärt Nousiainen.

Der Weltrekord stand bisher bei 66,72 Meter. So weit schleuderte Petri Valta ein Nokia 5110 vor zwei Jahren. Doch am 18. Juni dieses Jahres wurde diese Weite übertroffen. Der Norweger Tom Werner Buskum kam bei den Landesmeisterschaften auf sensationelle 74,75 Meter. Er tritt auch morgen in Savonlinna an - als Favorit.

Neben dem klassischen Weitwurf wird auch ein Titel für Junioren (Alter bis zwölf Jahre) und ein Titel in der Kategorie "Freestyle" vergeben. Eine Jury bewertet bei den Freestylern Choreografie, Aussehen und Ästhetik. Außerdem gibt es einen Mannschaftswettbewerb, bei dem Dreier-Teams gegeneinander antreten. In der Jury sitzen unter anderem ein Abgeordneter des finnischen Parlaments und eine Ballettmanagerin.

Die Handy-Weitwurf-WM findet bereits zum fünften Mal statt. Bei den Veranstaltern haben sich auch Teilnehmer aus Deutschland und Österreich gemeldet - ob sie dann auch tatsächlich nach Finnland anreisen, wird sich am Samstag zeigen. Bis 13.30 Uhr sind Registrierungen möglich - auch ohne Voranmeldung.

Die Telefone erwiesen sich bei den bisherigen Wurfwettbewerben als erstaunlich robust. Im Jahr 2003 gingen gerade mal drei Handys beim Aufprall zu Bruch.

Der Musiksender MTV hatte die Idee zuletzt auch aufgegriffen und Jugendlichen 100 Dollar in die Hand gedrückt, wenn diese ihr Handy über die Straße geworfen hatten. Für manchen erwies sich das Ganze als gutes Geschäft: Das Handy bekam ein paar Schrammen, funktionierte jedoch tadellos weiter. Andere mussten Totalschaden konstatieren.



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