Werbekooperationen Digg feuert Google

Die Community-News-Plattform Digg hat Google als Werbepartner vor die Tür gesetzt. Das Geschäft mit den Textanzeigen übernimmt ab sofort Microsoft.


Seattle - David feuert Goliath und holt sich dafür Godzilla ins Haus: Im Gegensatz zu Google, Yahoo und Microsoft ist das kollektiv gesteuerte Newsportal Digg eher ein Internet-Zwerg. Doch auch Zwerge können Giganten vor die Tür setzen - solange sie diese bezahlen.

Newsportal Digg: Schwarmintelligenz als attraktives Werbeumfeld

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Werbung auf den Digg-Seiten platziert laut offizieller Pressemitteilung von nun an Microsoft. Geplant ist zunächst eine Zusammenarbeit für die nächsten drei Jahre. Erste Punkte der wechselseitigen Vereinbarung sollen bereits in den kommenden Wochen in die Tat umgesetzt werden. Konkrete finanzielle Vereinbarungen sind bislang nicht bekannt.

Microsoft und Digg wollen nicht nur im Bereich der kontextuellen Werbung zusammenarbeiten. Laut offizieller Bekanntgabe von Microsoft wolle man überdies gemeinsam Konzepte für andere Reklame-Initiativen und Zukunftstechnologie entwerfen und ausarbeiten.

Das Software-Unternehmen weitet seine Aktivitäten im schnell wachsenden Online-Werbemarkt damit weiter aus. Erst letztes Jahr hatte Microsoft einen Werbevertrag mit der Social-Networking-Seite Facebook abgeschlossen.

Google geht, Federated Media bleibt

Diggs vormaliger Werbepartner Google verliert durch den Deal hingegen eine lukrative Anzeigenplattform. Der professionelle Blog-Werbevermarkter Federated Media, ebenfalls PR-Partner von Digg, bleibt indes Kooperationspartner für Sponsoring-Aktivitäten und Sonderprojekte.

Digg-Chef Jay Adelson sagte, man habe auch mit Yahoo und Google über Werbekooperationen verhandelt, sich dann aber doch für Microsoft entschieden. Die aktuelle Kooperation begreift er als Entlastung: "Sie wird es uns ermöglichen, uns mehr darauf zu konzentrieren, innovative Features für die Seite zu entwickeln, statt an einer Werbeinfrastruktur zu basteln."

Digg werde jedoch auch zukünftig seine Qualitätsansprüche wahren. "Blinkende Banner mit tanzenden Affen" werde es auch unter dem neuen Kooperationspartner nicht geben.

Die Nachrichtenportal Digg wurde 2004 gegründet. Meldungen werden auf der Seite nach dem Prinzip der Schwarm-Intelligenz gewichtet: Je mehr Nutzer eine Meldung als interessant klassifizieren, desto prominenter ist sie auf der Seite vertreten. Laut dem Marktforschungsunternehmen comScore World Metrix hatte Digg im Juni rund 9,5 Millionen Besucher.

ssu/Reuters



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