Wieder da "Dotcomtod", zweiter Anlauf

Die Webseite wurde zu Zeiten des Dotcom-Crashes gefürchtet wie sonst kaum eine andere: Bei "Dotcomtod" wurden oft brisante Firmeninterna wankender und sterbender Firmen veröffentlicht. Jetzt nehmen die Macher mit "BooCompany" gleich die ganze Wirtschaft aufs Korn.

Knapp eineinviertel Jahre nach dem Ende von Dotcomtod ist das Projekt wieder zu neuem Leben erwacht. Das Gemeinschaftsblog hatte seit dem Jahr 2001 aus dem Innenleben der New Ecomomy bzw. vom Scheitern der Dotcomblase berichtet und sich damit zu gleichen Teilen hohe Aufmerksamkeit und den Zorn vieler Start-up-Unternehmer zugezogen.

Unter der Adresse "BooCompany.com"  findet der interessierte User ab sofort nicht nur das komplette Archiv aller bisherigen Meldungen, sondern auch die Pressemitteilung zum Neustart. In bekanntem Sarkasmus kündigt Lanu, Ex-CEO der dotcomtod Communication AG, "(...) Europas führenden Anbieter und Distributor exitorientierter Unternehmensmeldungen" an.

Überdies soll das alte Modell, das sich vornehmlich auf Unternehmen der New Economy bezog, nun auf die gesamte Wirtschaft übertragen werden. Nicht nur die Mannschaft von einst ist bereits in Teilen wieder dabei, auch die altbekannten Meldungskategorien "Boo" (negative Nachricht mit Quellenangabe), "Insider" (negative Nachricht ohne Quellenangabe) und "Final" (Nachricht über eine Untermehmenspleite) sind erhalten geblieben.

Wer Kenntnisse und Einzelheiten zur wirtschaftlichen Entwicklung hat, kann sich als "Sentinel" registrieren und Meldungen unter den entsprechenden Kategorien absetzen. Zu erwarten ist, dass wie schon bei Dotcomtod auch jetzt anonyme Poster zum Teil brisante Insider-Meldungen beisteuern.

Richard Meusers

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