Microsoft Datenleck verrät Details der nächsten Windows-10-Version

Im Internet ist eine neue Vorabversion von Windows 10 aufgetaucht. Wer die Installation wagt, kann sich an Microsofts neuem Update-System, verbesserten virtuellen Desktops und Windows als Computerspiel versuchen.
Windows 10 auf Smartphone und PC: Updates künftig per Peer-to-Peer?

Windows 10 auf Smartphone und PC: Updates künftig per Peer-to-Peer?

Foto: Peter Steffen/ dpa

Im Netz ist eine neue inoffizielle Vorabversion von Windows 10 aufgetaucht.  Wie immer in solchen Fällen haben Enthusiasten die Software, trotz der damit verbundenen Gefahren, bereits installiert und nach Neuerungen abgeklopft.

Eine der Überraschungen, die sie dabei gefunden haben, ist die "Gamification" des Betriebssystems. Damit möglichst viele Nutzer neue Funktionen der Microsoft-Software ausprobieren, vergibt der Konzern im sogenannten Insider Hub Punkte für absolvierte Tests. Wer seine Erfahrungen per Feedback-Funktion an die Entwickler schickt, hat eine "Mission" erfolgreich erfüllt und bekommt dafür einen Punkt. So kann die Vorabversion von Windows 10 für die Tester zum Computerspiel werden.

Auch sonst wurde in der nicht-öffentlichen Windows-10-Version offenbar einiges verändert. Microsoft hat weiter am Startmenü gearbeitet, das nun transparent und besser organisiert ist. Das System für virtuelle Desktops erinnert nun etwas mehr an das "Spaces"-Konzept von Mac OS X: Programmfenster können zum Beispiel separat auf jedem virtuellen Desktop geöffnet oder zwischen ihnen verschoben werden.

Jeder kann Teil des Update-Systems werden

Microsoft soll außerdem die Sprachassistenzfunktion Cortana verbessert haben. Um die Spracherkennungsfunktion des Systems zu kalibrieren soll man nun dem Rechner einige vorgegebene Phrasen vorlesen. Überdies soll das System jetzt besser mit hohen Auflösungen und mehreren Bildschirmen klarkommen und der Antivirus-Schutz "Defender" soll feiner justierbar sein.

Eine radikale Neuerung wurde im Update-System von Windows 10 entdeckt. Demnach kann man Windows-Aktualisierungen künftig auch im Peer-to-Peer-Verfahren (P2P) laden. Statt ein Update also in einem Stück von einem Server zu laden, kann man es auch in kleinen Segmenten von den Rechnern einer Vielzahl anderer Windows-Nutzern beziehen.

Die P2P-Technik könnte vor allem bei großem Andrang auf ein Update theoretisch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen und würde Microsofts Server entlasten. Um ein solches System nutzen zu können, müsste man aber einen Teil seiner eigenen Upload-Kapazität freigeben, also selbst Teil des P2P-Systems werden.

Laut "Ars Technica " wollte Microsoft die neue Vorabversion schon zum Wochenende veröffentlichen. Allerdings sei das Unternehmen von diesem Plan abgerückt, weil noch einige Fehler im Startmenü, der E-Mail-, Kalender- und People-App zu beheben sind. Eine fehlerbereinigte Version soll Abonnenten der Testversion angeblich noch innerhalb dieser Woche bereitgestellt werden.

kno
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