Microsoft-Update Nutzer schimpfen über automatischen Windows-10-Download

Mit einem regulären Windows-Update haben manche Nutzer offenbar gigabyteweise Installationsdateien für Windows 10 bekommen. Viele der Betroffenen planen aber gar keinen Umstieg. Außerdem sorgt der Download für weitere Probleme.
Werbebild für Windows 10: Ein Betriebssystem für alle Geräte - aber nicht jeder will es haben

Werbebild für Windows 10: Ein Betriebssystem für alle Geräte - aber nicht jeder will es haben

Foto: Microsoft

Microsoft will den Umstieg auf Windows 10 möglichst bequem machen - und geht dabei manchen Nutzern älterer Versionen massiv auf die Nerven. In einigen Internetforen finden sich Beschwerden über einen mehreren Gigabyte großen "$Windows.~BT"-Ordner, den Nutzer auf ihrem Windows-7- oder Windows-8-Computer entdeckt haben.

Bei dem versteckten Ordner handelt es sich um ein Windows-10-Installationspaket, das offenbar als Teil eines automatischen Windows-Updates auf dem Rechner gelandet ist. Auch die britische "International Business Times" schreibt, sie sei bei einem ihrer Computer auf ein 5,86 Gigabyte großes Datenpaket gestoßen .

Angeregt durch eine Leserbeschwerde hat die Tech-Website "The Inquirer"  nun bei Microsoft nachgefragt, was es mit dem versteckten Ordner auf sich hat. Das Unternehmen antwortete, es habe entschieden, auf Geräte, bei denen ein Windows-10-Upgrade möglich ist, bereits die für den Wechsel nötigen Dateien aufzuspielen. Voraussetzung sei, dass die Nutzer sich zuvor entschieden haben, über Windows Update-Funktion automatische Aktualisierungen zu beziehen.

Ärgerlich bei Datenlimits

"The Inquirer" fasst Microsofts Stellungnahme noch einmal in eigenen Worten zusammen: "Wenn du deinen Computer am Patch Tuesday aktualisieren lässt - was du natürlich tun solltest - bekommst du auf deiner Festplatte einen großen, klobigen Ordner bereitgemacht, damit du bei Bedarf auf Windows 10 aktualisieren kannst." Auf eine SPIEGEL-ONLINE-Anfrage zum Thema hat die deutsche Microsoft-Pressestelle noch nicht geantwortet. Es ist unklar, an wie viele Nutzer das Installationspaket unaufgefordert verteilt wurde.

Neben der Tatsache, dass Microsoft anscheinend davon ausgeht, dass jeder Windows-Nutzer sein Betriebssystem irgendwann einmal aktualisieren will, wird online vor allem kritisiert, wie viel Platz der ungewollte Download auf der Festplatte einnimmt.

Der Leser, der sich bei "The Inquirer" gemeldet hatte, berichtet dem Onlinemagazin, dass das Update in zwei ihm bekannten Fällen noch für weitere Probleme gesorgt habe: Bei Internettarifen mit Datenvolumen sei durch das Update jeweils die Obergrenze des Volumens erreicht worden. Auf Reddit berichten Nutzer von ähnlichen Erfahrungen . Den "Inquirer"-Leser selbst soll der Installer zudem damit genervt haben, dass er bei jedem Neustart des Computers versuchte, Windows 10 zu installieren.

mbö