Tipps für Umsteiger So retten Sie sich vor dem Windows-XP-Ende

Windows XP stirbt im April: Ab dann gibt es keine Sicherheits-Updates mehr, das Betriebssystem wird zu einem leichten Angriffsziel für Hacker. Trotzdem halten viele an dem Alt-System fest. Wir zeigen, wie der Umstieg geht.
Von Matthias Mett
Windows XP: Ab 8. April gibt es keine Sicherheits-Updates mehr

Windows XP: Ab 8. April gibt es keine Sicherheits-Updates mehr

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS

Microsoft stellt am 8. April  seine Unterstützung für Windows XP ein. Das bisher beliebteste Windows-Betriebssystem ist aber nach wie vor auf etwa einem Drittel aller Windows-Rechner installiert. Wenn Microsoft Sicherheitslücken nicht mehr mit Updates stopft, können Hacker diese Lücken im Betriebssystem leicht ausnutzen. In einem Blogeintrag  beschreibt Microsoft die Gefahr durch ausbleibende Sicherheits-Updates und warnt von der Verwendung von Windows XP nach dem Support-Ende.

Auch die kostenlose Sicherheitslösung Microsoft Security Essentials für Windows XP stellt Microsoft ein, da auch Viren-Scanner und Firewalls nicht mehr vor Angriffen durch Hacker schützen. In einem Interview erklärt James Lyne vom Antivirushersteller Sophos : "Wenn Sie eine Plattform wie Windows XP haben, und eine neue Sicherheitslücke auftritt, kann es einen Befall [...] auf der Systemebene des Geräts geben, der sich unterhalb der Antivirus-Software abspielt, bevor diese eine Chance hat, diesen zu scannen." Es gibt also keine Möglichkeit, Windows XP mit zusätzlichen Maßnahmen oder veränderten Einstellungen wieder sicher zu machen.

Die Kompatibilität neuer Programme mit Windows XP nimmt in Zukunft ebenfalls ab. Viele Software-Hersteller sparen sich den Aufwand, ihre Software für alte und nicht mehr unterstützte Betriebssystemversionen kompatibel zu halten.

Windows neu? Oder Linux? Ubuntu vielleicht?

Für diejenigen Windows-Nutzer, die nicht wissen, ob sie überhaupt Windows XP auf Ihrem Rechner installiert haben, hat Microsoft eine Überprüfungsseite  zur Verfügung gestellt. Beim Aufruf der Seite mit einem Windows-XP-System zeigt die Seite an, dass der Support abläuft, und schlägt vor, auf Windows 8.1 umzusteigen. Außerdem blendet Microsoft auf XP-Systemen seit dem letzten Windows-Update monatlich einen Sicherheitshinweis ein, der ebenfalls auf das Ende der Unterstützung hinweist.

Wer Windows XP immer noch nutzt, hat verschiedene Möglichkeiten für den Umstieg:

  • Wer einen leistungsstarken Computer hat, kann auf eine aktuelle Windows-Version umsteigen - sofern die Hardware die Mindestanforderungen erfüllt. Microsoft stellt Assistenten zur Verfügung, die automatisiert alle Voraussetzungen überprüfen: Der erste Schritt ist eine Prüfung mit dem Windows 8.1 Upgrade-Assistenten . Falls die Hardware-Anforderungen von Windows 8.1 nicht erfüllt werden, ist eine Überprüfung mit dem Windows 7 Upgrade Advisor  möglich, da Windows 7 nicht ganz so hohe Anforderungen stellt. Die jeweils passende Version lässt sich dann beim Händler oder im Internet bestellen.

  • Eine Alternative zu Windows ist der Umstieg auf das kostenlose Ubuntu  . Die populäre Linux-Distribution läuft auch auf älteren Computern und hat niedrigere Anforderungen an die Hardware  als ein aktuelles Windows. Ubuntu ist einfach zu installieren, und für Aktualisierungen des Betriebssystems stellt der Hersteller Canonical ähnlich wie Microsoft Updates bereit. Ubuntu bringt eine eigens entwickelte Benutzeroberfläche namens Unity mit, die leicht zu bedienen ist. Mit dem Ubuntu Software-Center lassen sich Software-Pakete installieren, vergleichbar mit einem App-Store. Ein sicheres Surfen im Internet ist mit modernen Browsern wie Firefox möglich.

  • Eine weitere Möglichkeit besteht mit dem Umstieg auf Opensuse Linux , das auch kostenlos ist. Die Hardware-Anforderungen  sind ebenfalls geringer als bei aktuellen Windows-Versionen. Aktualisierungen des Betriebssystems stellt die Firma Suse regelmäßig zur Verfügung. Opensuse installiert standardmäßig den KDE-Desktop, der sehr ähnlich funktioniert wie das Startmenü von Windows XP. Daher finden sich Windows XP-Nutzer sehr schnell mit der Benutzeroberfläche zurecht. Opensuse stellt Software mit Hilfe eines Konfigurationswerkzeugs namens YaST2 bereit, sowie über die sogenannte Paketsuche  auf der Opensuse-Webseite.

  • Falls noch Software vorhanden sein sollte, die nur auf Windows XP läuft, kommen mehrere Möglichkeiten in Betracht: Zum einen bietet Microsoft für Windows 7 den kostenlosen Windows XP Mode  an, mit dem ältere Software direkt auf Windows 7 läuft. Der Windows XP Mode ist aber auch auf Windows 8.1 lauffähig, Anleitungen dazu findet man im Internet. Zum anderen kann man Windows XP mit einer Software wie VirtualBox  als virtuellen PC auf dem PC installieren. VirtualBox ist auf neueren Computern sowohl unter Windows wie auch unter Linux lauffähig.

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