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16. März 2015, 13:27 Uhr

Wegwerf-Zugangscodes

Yahoo will Passwörter abschaffen

Amerikanische Yahoo-Nutzer müssen sich künftig keine komplizierten Passwörter mehr merken. Stattdessen können sie sich Einmal-Zugangscodes aufs Handy schicken lassen.

Seit Sonntag können US-Kunden von Yahoo sogenannte On-Demand Passwords aktivieren. Die Einführung dieser Option sei nicht weniger als "der erste Schritt zur Abschaffung der Passwörter", sagte Yahoo-Manager Dylan Casey laut "Cnet" auf der SXSW-Konferenz in Austin.

Nach der Aktivierung zeigt Yahoo beim nächsten Login statt des Password-Eingabefelds eine neue Schaltfläche an: "Mein Passwort zuschicken." Per SMS erhält der Yahoo-Kunde dann eine vierstellige Zahl, die einmalig Zugang zu den Web-Diensten des Unternehmens erlaubt. Wer sich ausloggt oder länger nicht aktiv war, muss sich ein neues Passwort zuschicken lassen.

Dieses System erinnert an den Zwei-Faktoren-Ansatz, wie ihn etwa Google verwendet. Dabei wird das Passwort um eine zusätzlich per SMS zugeschickte PIN abgesichert. Beide Systeme sollen die größte Schwachstelle des Passwortschutzes flicken: nämlich das Passwort.

Das Passwort-Problem

Es gibt viele Probleme mit Passwörtern: Leicht zu merkende Passwörter sind auch leicht knackbar. Schwer zu knackende Passwörter sind wiederum schwer zu merken. Sicher sind Passwörter sowieso nur vorübergehend. Wer dasselbe Passwort bei mehreren Diensten verwendet, riskiert, dass Hacker einmal geknackte Passwörter auch bei anderen Diensten ausprobieren.

Im Idealfall - und das ist bei Passwörtern eigentlich der Normalfall - müssen viele verschiedene, möglichst schwer zu merkende und regelmäßig ausgetauschte Passwörter verwendet werden. Weil das nicht praktisch ist, setzen viele Menschen auf viel zu einfache Passwörter, die sie bei vielen Diensten verwenden. Oder sie benutzen eine Software für die Passwort-Verwaltung die wiederum alle Passwörter hinter einem einzigen Master-Passwort speichert.

Manchmal nützt das beste Passwort nichts

Aber selbst wenn man sichere Passwörter verwendet, garantiert das noch lange keinen Schutz: Passwörter werden von manchen Unternehmen nicht hinreichend sicher gespeichert oder ungeschützt übers Internet übertragen. Manchmal suggerieren Passwörter auch nur einen Schutz: Wer sich einen sogenannten Keylogger im Netz eingefangen hat, dem nützen auch die besten Passwörter nichts, weil sie von der Schadsoftware beim Eintippen mitgelesen werden. Laut Branchenverband eco könnten bis zu 40 Prozent aller Computer in Deutschland mit so einer Schadsoftware infiziert sein.

Derweil geht die Suche nach einem vertrauenswürdigen Zugangssystem weiter. Letztlich könnte das eine Kombination aus biometrischen Daten (Fingerabdruck, Gesichtserkennung), Chipkarten- oder Smartphone-Authentifizierung, ergänzt mit Sicherheitsvorkehrungen, die untypisches Nutzungsverhalten erkennen, sein. Das Ziel ist klar: keine Passwörter mehr.

Bis dahin aber gilt weiterhin: Wählen Sie sichere Passwörter! Tipps dafür haben wir hier und hier zusammengetragen.

kno

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