Software-Update Yahoo jubelt Nutzern eigene Suchmaschine unter

Wer den Haken nicht entfernt, der macht Yahoo zur Standardsuche: Der Konzern versucht künftig über regelmäßige Java-Updates seine Suchmaschine zu verbreiten.
Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Partnerschaft mit Oracle soll Marktanteile verbessern

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Partnerschaft mit Oracle soll Marktanteile verbessern

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Yahoo will offenbar über Software-Updates seine Suchmaschine in den Browsern der Welt verankern. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal"  kündigte die Konzernchefin Marissa Mayer an, dass Yahoo eine Partnerschaft mit Oracle eingehen werde, um mehr Nutzer von ihrer Suchmaschine zu überzeugen. Künftig sollen die Nutzer beim Update der Software Java dazu aufgefordert werden, Yahoo als Standardsuche und Browser-Startseite zu verwenden.

Laut "WSJ" öffnet sich bei der Java-Installation ein Fenster mit der Frage, ob "Yahoo als Startseite und Standardsuchmaschine verwendet werden soll für Chrome und den Internet Explorer" und ob "bei Chrome ein zusätzlicher Yahoo-Tab eingefügt werden soll". Gleich zweimal erwähnt Yahoo also den Google-Browser und macht somit keinen Hehl daraus, dass es sich bei den Plänen um einen Angriff auf die Konkurrenz handelt.

Die Checkbox ist laut dem Bericht bei der Installation automatisch aktiviert. Der Haken muss also manuell entfernt werden, wenn man Yahoo nicht als Standardsuchmaschine einrichten möchte. Diese Methode ist durchaus umstritten: Denn wer schnell durch die Installation hastet und den Opt-out-Hinweis übersieht, der stimmt zu, dass seine Browser-Einstellungen verändert werden. Damit bleibt Oracle beim gleichen Partnerschaftsprinzip: Bisher legte der Softwarekonzern den Nutzern nahe, Ask.com als Standardsuchmaschine beim Java-Update zu aktivieren.

Yahoo greift zu diesen offensiven Methoden, um den Abstand zur Konkurrenz zu verringern. Denn nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Comscore  liegt Yahoo noch immer weit abgeschlagen zurück hinter den beiden Spitzenreitern: In den USA hat Google derzeit einen Marktanteil von etwa 64 Prozent, dahinter folgt Microsoft mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent. Tatsächlich ist auch die Yahoo-Suche nichts anderes als Microsofts Bing in einem anderen Gewand. Yahoo hat sich damit auf dem dritten Rang platziert mit einem Anteil von knapp 13 Prozent. Die Suchmaschine Ask folgt mit knapp zwei Prozent vor AOL (1,1 Prozent).

Mit dem Java-Update erreicht Yahoo eine beachtliche Anzahl an Nutzern, die regelmäßig neue Versionen der Software installieren, um etwa Sicherheitslücken zu schließen. Mehrere Milliarden Geräte ziehen sich das Software-Update bei Oracle, darunter Computer, Fernseher und Smartphones. Laut Oracle ist Java auf 89 Prozent der Desktop-Rechner in den USA installiert. Bereits im vergangenen Jahr verkündete Yahoo einen Erfolg im Kampf gegen die Konkurrenz: Mit einer strategischen Partnerschaft mit Mozillaverdrängte Yahoo den Konkurrenten Google als Standardsuchmaschine bei Firefox  in den USA.

jbr