Alternative zu Outlook Yahoo-Mitarbeiter meiden den eigenen E-Mail-Dienst

Der Internetkonzern Yahoo will sich von Outlook verabschieden, stattdessen sollen die Mitarbeiter lieber das eigene Yahoo Mail nutzen. Doch die Umstellung ist offenbar alles andere als einfach.
Yahoo Mail: Von den eigenen Mitarbeitern gemieden

Yahoo Mail: Von den eigenen Mitarbeitern gemieden

Nicht einmal die eigenen Mitarbeiter wollen Yahoos E-Mail-Dienst nutzen: Nur jeder vierte Yahoo-Mitarbeiter sei seit Anfang des Jahres von Microsoft Outlook auf Yahoo Mail umgestiegen, heißt es in einem internen Rundschreiben. Das Schreiben wurde "All Things D " zugespielt. Man habe das Ziel klar verfehlt, mehr Kollegen zur Nutzung des eigenen Mail-Programms zu bewegen.

Yahoo hatte seinen Webmail-Dienst erst im Oktober gründlich renoviert, um wieder mit den konkurrierenden Angeboten von Microsoft und Google mithalten zu können. Viele Nutzer waren von Yahoos Änderungen nicht gerade begeistert  - wie das so oft der Fall ist, wenn kostenlose Dienste auch nur kleine Änderungen vornehmen.

Schwerer dürfte die Absage der eigenen Mitarbeiter an das eigene Produkt wiegen. Was in dem internen Rundschreiben auf die magere Zahl der Wechselwilligen folgt, ist Motivationsschreiben und Satire zugleich, eine ausschweifende, literarisch verbrämte Tirade gegen Outlook und ein Loblied auf den eigenen E-Mail-Dienst:

"Ihr müsst ja kein wundervolles Kommunikations-Nirwana verlassen […] Outlook wird oft mit "produktiv" und "gut gestaltet" verwechselt. Wir bewundern es hingegen für sein Überleben, ein Anachronismus aus der längst überwundenen PC-Ära der neunziger Jahre. Ein Prä-Web-Programm, das zu einer Zeit geschrieben wurde, als NT-Server die Datenzentren-Landschaft mit dem Selbstvertrauen eines T-Rex terrorisierten, dessen Yuppie-Eltern ganz von Sohnemanns Einzigartigkeit überzeugt waren, weil das großschnäuzige, kurzarmige Monsterbaby die Gesten eines mickrigen Pterodactylus nachahmen konnte."

Das eigene Angebot wird hingegen vollmundig als zeitgemäßes Produkt beworben, das mit Outlook mithalten könne. Aber so ganz scheinen die Autoren des Schreibens sich selbst nicht zu trauen. Outlook, schreiben sie, könne man ja im Notfall immer noch für eine halbe Minute öffnen.

fko
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