Marissa Mayers erste Akquisition Yahoo schluckt App-Start-up Stamped

Für eine Handvoll Google-Mitarbeiter: Wie angekündigt, arbeitet Yahoo am Ausbau des Mobil-Geschäfts und übernimmt dafür das New Yorker Start-up Stamped samt seiner Besatzung. Mehrere Mitarbeiter sind frühere Kollegen von Yahoo-Chefin Mayer.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Per Start-up-Akquisition Know-how einkaufen
REUTERS

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Per Start-up-Akquisition Know-how einkaufen


Seit sie an der Spitze von Yahoo sitzt, hat Marissa Mayer den Mobile-Bereich als Priorität immer wieder betont. Nun ist die erste Akquisition, die der Konzern unter Leitung der neuen Chefin jetzt bekanntgab, kein Paukenschlag, sondern ein verhältnismäßig kleiner App-Entwickler namens Stamped. Details zu dem Deal wurden nicht bekannt.

Die "New York Times" geht davon aus, dass es Mayer primär um die Mitarbeiter des Start-ups und deren Fähigkeiten geht. Yahoos Übernahme des New Yorker Unternehmens entspricht dem, was Mayer erst vor wenigen Tagen im Rahmen der Bilanzbekanntgabe ankündigte: dass Yahoo großen Nachholbedarf im Mobile-Bereich habe. Auch hatte sie angekündigt, dass sich der Konzern eher auf kleinere Übernahmen von bis zu 100 Millionen Dollar konzentrieren werde.

Stamped ist eine Art Social Network samt App, mit der Nutzer ihre Lieblingsdinge von Büchern bis Restaurants markieren und anderen empfehlen können. Erst im Sommer hatte sich das Start-up nach rund einem Jahr mit finanzieller Unterstützung unter anderem von Prominenten wie Ex-Google-Chef Eric Schmidt oder Popsternchen Justin Bieber neu erfunden und war von Kritikern wie dem Tech-Blog "TechCrunch" sehr positiv aufgenommen worden. Stamped soll nicht weitergeführt werden.

Im Yahoo-Blog betont Produktmanager Adam Cahan, wie gut das "talentierte Team" des Start-ups - viele davon sind wie Marissa Mayer frühere Google-Mitarbeiter - zu Yahoo passe. "Ihre Erfahrungen mit unterhaltsamen, nützlichen, personalisierten Mobile-Produkten" fügten sich in Yahoos Strategie.

Diese hatte Mayer bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen Anfang der Woche erneut betont. Yahoo habe Fortschritte im Mobilbereich gemacht, müsse aber noch mehr tun und zum Beispiel in mobile Websites investieren. "Das Mobilgeschäft ist eine riesige Welle, auf der man surfen muss", sagte die Chefin in einer Telefonkonferenz. Mayer hatte bei Google lange das Suchmaschinengeschäft geleitet und war dort zuletzt für die Kartendienste zuständig gewesen; im Sommer wechselte sie zum angeschlagenen Internetriesen Yahoo.

can



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zila 26.10.2012
1. And another one
Stamped klingt irgendwie genau wie Pinterest und wie sie alle heissen.Kein Mensch braucht noch ein weiteres zerfasertes soziales Netzwerk nach Tweet, Like und 1 und etwa 2 Dutzend weiteren Buttons. Danke fuer's einstellen! Tips und Anregungen hol ich mir eh nur sehr selten im direkten Freundeskreis sondern eher aus den Medien (Zeitschriften/Blogs). Ich nutze auch die Reviews auf Google etwa fuer Restaurants, oder Amazon fuer Buecher und Produkte doch stark, und nicht anekdotische Erfahrungen im Bekanntenkreis. Das ist glaub ich so eine fixe Idee der Marketing-Leute, dass man mit seinem sozialen Umfeld gleichgeschaltet sein will, aber im Marketing sind ja auch schon 1-2% Rueckmeldung bei Postwurfsendungen ein Erfolg. Ich denke eher, das selbstlernende Apps die Zukunft sind ("Zite" etwa, obwohl es mich noch nicht ganz ueberzeugt hat), also eine App, die exakt meine Interessen beruecksichtigt und vielleicht noch Anregungen einstreut, uninteressantes gekonnt ausfiltert. Wenn ich mir etwa meinen Twitter-Stream angucke ist 95% uninteressant und Zeitverschwendung, die andern 5% aber exakt die Perlen, warum ich es nutze. Da sollte mal jemand ansetzen.
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