Probleme mit Pädophilie YouTube schaltet Kommentare unter Millionen Videos ab

Disney, Nestlé, Dr. Oetker - diese YouTube-Werbekunden hatten kürzlich ihre Anzeigen storniert, weil Videos mit Kindern einschlägig kommentiert wurden. Die Plattform entschließt sich nun zu einem radikalen Schritt.

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YouTube hat die Kommentarfunktion unter zig Millionen Clips abgeschaltet. Das teilte die Google-Tochter am Donnerstag mit. Der Hintergrund: Nutzer hatten anzügliche Kommentare unter Videos geschrieben, in denen Kinder beispielsweise beim Turnen oder im Badeanzug zu sehen sind.

In einem Blogbeitrag heißt es, dass man in den kommenden Monaten weitere Videos identifizieren wolle, die als Risiko eingestuft werden. Bestehe die Gefahr, dass die Inhalte für pädophile Kommentare missbraucht werden könnten, wolle man die Funktion dort ebenso abstellen.

Die Kommentare seien zwar ein Kernelement, um sich mit dem Publikum auszutauschen. "Gleichzeitig sind diese wichtigen Schritte entscheidend dafür, um junge Menschen zu schützen", heißt es in der Mitteilung. "Auf YouTube sind Inhalte, die Minderjährige gefährden, inakzeptabel."

Mit dieser Maßnahme reagiert YouTube auf einen Werbestopp großer Konzerne wie Nestlé, Dr. Oetker und Disney. Die Unternehmen hatten in der vergangenen Woche ihre Anzeigen vorläufig zurückgezogen und den Schritt unter anderem damit begründet, dass man Werbung nicht in einem Umfeld platzieren wolle, das Pädophile anlockt.

Software soll unangemessene Kommentare erkennen

Ein YouTuber hatte in einem vielbeachteten Video dokumentiert, dass sich unter zahlreichen harmlosen Kindervideos anstößige Kommentare finden. In den Clips seien unter anderem leicht bekleidete Mädchen beim Turnen oder Tanzen zu sehen. Die Kommentatoren würden sich gegenseitig auf Szenen hinweisen und den Inhalt sexualisieren.

YouTube erklärt, dass man derzeit an einer Software arbeite, die künftig doppelt so viele unangemessene Kommentare erkennen und löschen soll. Doch vor allem sollen auch Kanal-Betreiber in die Pflicht genommen werden.

Einige Kanäle werden demnach weiterhin eine Kommentarfunktion unter ihren Videos anbieten dürfen. Allerdings müssten diese Kanäle "aktiv ihre Kommentare moderieren". In YouTuber-Kreisen kursiert nun unter anderem die Befürchtung, dass die neuen Regeln von Videomachern oder deren Fans missbraucht werden könnten, etwa, indem auf den Seiten konkurrierender Webstars gezielt auf das Thema Pädophilie hindeutende Kommentare hinterlassen werden.

jbr



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