Neue Nutzungsbedingungen YouTube will Werbung zeigen, ohne YouTuber zu beteiligen

Die Videoplattform genehmigt sich das Recht, auch Clips von kleinen Kanälen zu monetarisieren. Die YouTuber selbst profitieren davon nicht und sind deshalb sauer.
YouTube Space Berlin

YouTube Space Berlin

Foto: Sophia Kembowski/ dpa

In den USA gelten ab sofort geänderte Nutzungsbestimmungen, wie die Google-Tochter YouTube erklärt. Die wichtigste Neuerung, die ab »Mitte 2021« auch in anderen Ländern gelten soll, ist der Abschnitt »Recht auf Monetarisierung«, den es bisher nicht gab.

YouTube räumt sich darin das Recht ein, Werbeclips auch in Videos einzublenden, deren Macher (Creators genannt) nicht Teil von YouTubes Partnerprogramm sind. »Da du derzeit nicht im Partnerprogramm bist«, heißt es in der englischen Version der Nutzungsbedingungen übersetzt, »bekommst du keinen Anteil an den Werbeeinnahmen«.

Wer seine Videos monetarisieren will, muss bei YouTube bestimmte Bedingungen erfüllen, ums ins Partnerprogramm aufgenommen zu werden. Dazu gehörten unter anderem mehr als 4000 Stunden Wiedergabezeit in den vergangenen zwölf Monaten und mehr als tausend Abonnenten.

Für 1000 Abrufe gibt es allenfalls 1,50 Euro

Auf Anfrage des Onlinemagazins »The Verge«  bestätigte YouTube, dass es in Videos über Politik, Religion, Alkohol und Glücksspiel weiterhin keine Werbung geben werde.

Wie viele YouTuber von den neuen Regeln betroffen sein werden, sagte YouTube nicht. Im Blogpost ist nur von einer »sukzessiven« Einführung die Rede.

Creator mit niedrigen Abrufzahlen würden wohl ohnehin nur sehr kleine Beträge bekommen. Umfragen von YouTubern zufolge  bewegen sich die Zahlungen im Partnerprogramm im Bereich von einem Euro bis 1,50 Euro pro tausend Abrufe.

Dennoch äußern einige von ihnen zum Beispiel auf Twitter  ihren Unmut über YouTubes Entscheidung, sie gar nicht an der neuen Monetarisierung zu beteiligen. Manche rufen zur Gründung einer Gewerkschaft auf. Das hatte der deutsche YouTuber Jörg Sprave im vergangenen Jahr mit seiner YouTubers Union versucht, zunächst auch mit einigem Erfolg. Zusammen mit der IG Metall gründete Sprave das Projekt FairTube  und konnte YouTube immerhin zu Gesprächen über Fairness und Transparenz bei der Video-Monetarisierung bewegen. Zuletzt ist es aber ruhig geworden um das Projekt.

pbe
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