15 Jahre YouTube Fünf Klick-Millionäre, die Sie bestimmt noch nicht kennen

Keine Online-Videoplattform im Internet ist wichtiger als YouTube. Zum 15. Geburtstag stellen wir fünf YouTube-Künstler vor, die trotz vermeintlicher Nischeninhalte ein Millionenpublikum begeistern.
Lord Vinheteiro: Einer der in Deutschland weniger bekannten Stars der Plattform

Lord Vinheteiro: Einer der in Deutschland weniger bekannten Stars der Plattform

Am 14. Februar 2005 war nicht nur Valentinstag. Es war auch jener Tag, an dem Steve Chen, Chad Hurley und Jawed Karim die Domain Youtube.com  registrierten und damit den Grundstein für eine Onlinevideo-Revolution legten. Mit YouTube, anderthalb Jahre später an Google verkauft, legten die drei Gründer einen wichtigen Grundstein für das Streamingzeitalter.

Für Filmstudios und Musiker gehört YouTube heute zu den wichtigsten Kanälen. Stars erreichen dort ein riesiges Publikum - und das rund um den Globus. Musikern wie Ariana Grande und Ed Sheeran folgen auf YouTube jeweils rund 40 Millionen Menschen, der neue James-Bond-Trailer ist bereits mehr als 13 Millionen Mal aufgerufen worden. Und mit Videomachern wie PewDiePie, der sich gerade trotz 100 Millionen Fans eine Auszeit nimmt, hat YouTube auch eigene Ikonen hervorgebracht.

Für den heutigen Mutterkonzern Alphabet ist die Plattform ein wichtiges Standbein: Nach Angaben des Unternehmens hat der Videostreamingdienst Alphabet im vergangenen Jahr rund 15 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen beschert. Geld bringen dabei auch viele kleinere Kanäle ein. Denn auf YouTube werden auch viele Nischeninteressen erfolgreich bedient. Egal, ob man einen Schrank zusammenschrauben, Osterdeko basteln oder Käsekuchen backen will: YouTube ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle für Heimwerker- und Bastelanleitungen.

Manche vermeintliche Nische ist auch längst viel größer, als sie für Außenstehende wirkt. Das gilt etwa für die sogenannte Unboxing-Szene und für Kochvideos. Im Folgenden stellen wir Ihnen fünf Videomacherinnen und Videomacher vor, die zwar nicht zu den Top-500-Stars der Plattform zählen, die mit ihren Clips aber trotzdem ein Millionenpublikum begeistern.

1. Der Bastler

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Mark Rober nimmt sich Zeit für seine Videos. Pro Monat erscheint nur ein Clip auf seinem Kanal. Doch die Videos benötigen auch viel Vorbereitung. Rober hat Maschinenbau studiert und neun Jahre lang für die US-Raumfahrtbehörde Nasa gearbeitet. Dort habe er unter anderem am Mars-Fahrzeug Curiosity gearbeitet, heißt es auf seiner Profilseite.

Seine Erfahrung als Ingenieur setzt Rober nun für skurrile Experimente ein: Für seine mehr als zehn Millionen Abonnenten testet er, ob man in Gelatine schwimmen kann, ob Haie wirklich Blut riechen können und wie gut die Chancen bei Jahrmarktspielen stehen.

Eines seiner erfolgreichsten Videos zeigt den Einsatz einer Glitterbombe gegen Paketdiebe. Dafür stopfte Rober vier Smartphones, Furzspray, GPS-Sender und eine Glitzerstaubschleuder in ein Päkchen und stellte es auf verschiedene Veranden. Mutmaßliche Paketdiebe erlebten dann eine böse Überraschung, als sie das Paket klauten und mit Glitter bestäubt wurden.

Knapp 80 Millionen Mal ist das Video bereits abgerufen worden. Allerdings musste Rober nachträglich Szenen löschen, weil einige Reaktionen von Testpersonen offenbar gestellt worden waren . Im Dezember hat Rober einen zweiten Teil hochgeladen.

2. Die Zeichnerin

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Die Zeichnungen von Heather Rooney sehen auf den ersten Blick aus, als wären sie Fotos. Doch wer sich die Zeitraffervideos der YouTube-Künstlerin anschaut, stellt fest, dass sie mit Blei- und Buntstiften arbeitet. Rooney hat sich auf Promis spezialisiert: Sie hat unter anderem schon Schauspieler Chris Hemsworth ("Avengers: Endgame"), Sängerin Taylor Swift und Modedesigner Ralph Lauren auf Papier verewigt.

Mehr als 1,4 Millionen Fans haben ihren Kanal abonniert und schauen regelmäßig dabei zu, wie Rooney ihre Bilder erstellt. Ihre Videos dauern meist nur wenige Minuten, die Künstlerin weist allerdings selbst darauf hin, dass in ihnen viel mehr Arbeit steckt. Insofern täuschen die Zeitraffervideos. Es dauert laut Rooney auch mal rund hundert Stunden, bis ein Bild fertig ist.

3. Die Auspacker

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Die Mitarbeiter des YouTube-Kanals "Unbox Therapy" verdienen ihr Geld damit, dass sie Gadgets auspacken. Mehrere Millionen Abrufe sammeln dabei etwa Videos, in denen beispielsweise neue iPhones in diversen Größen und Farben aus der Verpackung geholt werden.

Ähnlich erfolgreich sind aber auch Auspackvideos, in denen es um verrückten Technik-Schnickschnack geht, zum Beispiel um Ohrklammern, die Autofahrer davon abhalten sollen einzuschlafen.

Dem Kanal von "Unbox Therapy" folgen mittlerweile 16 Millionen Abonnenten. Für besonders viele Klicks sorgen derweil provokante Titel wie "Warum ich offiziell aufhöre, Apple-Laptops zu benutzen" und "Kauft euch nicht das iPhone 11 Pro".

Die Videos werden mit YouTube-Werbeeinblendungen, aber auch durch Partnerschaften finanziert. Hersteller erhoffen sich von den Clips eine hohe Reichweite und beliefern die Kanalmacher daher mit Testgeräten.

4. Der Pianist

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Er kann erstklassig Klavier spielen, verzichtet aber auf dröge Konzertclips: Der Pianist Lord Vinheteiro überlegt sich immer neue Wege, wie er seine mehr als fünf Millionen Fans mit seinem Talent unterhalten kann. Mal spielt der 40-Jährige live die legendäre "Super Mario Bros."-Melodie zu Videospielbildern auf einem Röhrenfernseher, dann testet er einen 2,5-Millionen-Dollar-Flügel und enthüllt Taschenspielertricks zusammen mit einem Zauberer.

Eines der Markenzeichen des Brasilianers, der mit bürgerlichem Namen Fabricio Andre Bernard di Paolo heißt, ist sein ausdrucksloser Blick. Lord Vinheteiro sitzt meist wortlos vor den Tasten und lässt die Melodien sprechen.

Mit YouTube verdiene er seinen Lebensunterhalt, teilt Vinheteiro dem SPIEGEL in einer E-Mail mit. Angst davor, dass ihm eines Tages die Einfälle ausgehen könnten, habe er keine. "Ich habe keine Ideen mehr seit 2011, aber ich probiere immer neue Dinge aus", schreibt er.

5. Der Comedy-Koch

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Kochvideos gibt es genügend auf YouTube. Doch der Kanal "You Suck at Cooking" ist ein bisschen anders. Anstatt Hochglanzvideos in makellosen Küchen zu produzieren, macht sich der anonyme Kanalbetreiber mit Quatschvideos über Avocado-Trends und Chia-Samen-Rezepte lustig. Wasser misst er in Bierdosen ab, er kocht Suppen auf verdreckten Herdplatten und zerkleinert Brokkoli mit einem Faustschlag. Eine Zwiebel brät der Koch auch mal am Stück an.

Mehr als zwei Millionen Fans haben "You Suck at Cooking" abonniert und schauen dort zu, wie man Pesto zubereitet - oder wie es in dem Video heißt: einen italienischen Basilikum-Smoothie. Am erfolgreichsten sind die Videos über die US-Käsenudeln "Mac and Cheese" und über Ramen.

Übrigens: Trotz aller Albernheit weiß der Zuschauer am Ende eines Videos meist doch, wie er das angekündigte Gericht zubereitet.

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