Internet-Zensur Bürgerrechtler kritisieren Netzsperren in Venezuela

Die US-Bürgerrechtsorganisation EFF wirft der Regierung Venezuelas vor, das Netz während Demonstrationen zu zensieren. Blockiert werden offenbar unter anderem Zugriffe auf Twitter, Tumblr und Linkedin.
Sicherheitskräfte in Caracas am 12. Februar: Ein Demonstrant liegt am Boden

Sicherheitskräfte in Caracas am 12. Februar: Ein Demonstrant liegt am Boden

Foto: LEO RAMIREZ/ AFP

In Venezuela haben mehrere TV-Sender den Betrieb eingestellt, nun sind offenbar auch einige Seiten im Internet nicht mehr erreichbar. Nach Angaben der Electronic Frontier Foundation  (EFF) ist seit Donnerstag der staatliche Internetanbieter in San Cristóbal abgeschaltet worden. Die US-Bürgerrechtsorganisation wirft der Regierung in Venezuela vor, dass sie mit den "plumpen Internetsperren" die eigenen Gesetze unterwandere. Die Bürgerrechtler schreiben: "Die Zensur und die Blackouts müssen aufhören."

In Venezuela protestieren Regierungsgegner und Studenten seit mehreren Wochen gegen steigende Kriminalität im Land und wirtschaftliche Probleme. Sie wollen mit ihren Aktionen den Präsidenten Nicolás Maduro aus dem Amt drängen. Laut EFF sollen Netznutzer bereits vor einer Woche berichtet haben, dass der Inhalte-Anbieter Edgecast nicht mehr erreichbar sei. Dort liegen unter anderem die Daten von Linkedin, Tumblr und Twitter. Die Venezolaner sollen demnach keinen Zugriff auf die Plattformen mehr gehabt haben, obwohl sie sich über verschiedene Internetanbieter eingewählt hatten. Twitter reagierte auf die Zensurmaßnahmen , indem den Mitgliedern in Venezuela mitgeteilt wurde, wie sie mit Hilfe von SMS-Nachrichten weitere Blockaden der Regierung umgehen können.

Die Regierung in Venezuela wehrt sich gegen die Zensurvorwürfe. William Castillo , der für die Medien im Land verantwortlich ist, teilte per Twitter mit, dass die Abschaltung der Dienste notwendig gewesen sei. Der Grund: Unbekannte hätten Angriffe auf öffentliche Seiten gestartet, die Regierung habe die Dienste lediglich blockiert, um sich gegen die Hacker-Attacken zu wehren.

jbr
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