Angriff auf »Hater« YouTuber »Drachenlord« zu zwei Jahren Haft verurteilt

Seit Jahren verfolgen ihn seine Gegner im Netz, demonstrieren vor seinem Haus – dann attackierte er zwei Männer. Dafür muss der YouTuber »Drachenlord« jetzt ins Gefängnis.
YouTuber »Drachenlord« vor Gericht in Nürnberg

YouTuber »Drachenlord« vor Gericht in Nürnberg

Foto: Daniel Karmann / dpa

Der YouTuber »Drachenlord« ist wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Straftaten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

»Dieses Verfahren ist ein trauriges Beispiel dafür, welche Folgen Hass und Mobbing im Internet haben«, sagte die Richterin in Nürnberg. Sie sah es als erwiesen an, dass der 32-Jährige unter anderem einen Mann mit einer Taschenlampe auf die Stirn geschlagen und verletzt hatte. Einen anderen bewarf er mit einem Backstein. Außerdem hatte er Polizisten beleidigt.

Hass-Demo gegen den YouTuber »Drachenlord« (Archivbild von 2018)

Hass-Demo gegen den YouTuber »Drachenlord« (Archivbild von 2018)

Foto: DPA/ NEWS5

Die Staatsanwältin hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe aus den sieben Anklageschriften während des Prozesses gestanden und sich entschuldigt.

Der Videoblogger streitet sich seit Jahren mit Menschen, die ihn anfeinden – im Internet und in der realen Welt. Regelmäßig tauchen diese vor seinem Haus in dem mittelfränkischen Dorf Altschauerberg auf, um ihn zu provozieren – sei es mit lautem Feuerwerk, mit beleidigenden Rufen oder Schmierereien und Beschädigungen an seinem Grundstück. Die Polizei muss eigenen Angaben zufolge deshalb mehrmals täglich ausrücken.

Der YouTuber ist zuallererst Betroffener, doch auch er selbst trägt mit dazu bei, dass der Streit nicht aufhört. Begonnen hatte der Konflikt 2014, als der Blogger selbst seine Adresse in einem seiner Videos nannte und seine Gegner aufforderte, zu ihm zu kommen. Seitdem reisen Menschen von überall her zum Haus des »Drachenlords«.

Aus Sicherheitsgründen hatte das zuständige Amtsgericht Neustadt an der Aisch die Hauptverhandlung in das Strafjustizzentrum in Nürnberg verlegt. Es ist bereits das zweite Mal, dass sich der YouTuber wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten musste. Im September 2019 wurde er wegen einer Pfefferspray-Attacke zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Einige der nun angeklagten Taten beging er noch während der Bewährungszeit.

oka/dpa
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