104 Jahre alt Geheimnisvolle US-Millionärin gestorben

Sie liebte wertvolle Puppen, besaß Luxusvillen und sprach mit den meisten Leuten nur noch durch eine geschlossene Tür: Im Alter von 104 Jahren ist die amerikanische Millionärin Huguette Clark gestorben. Die kinderlose Frau hinterlässt ein Vermögen - und viele offene Fragen.

Huguette Clark im Jahr 1930: Neuere Aufnahmen gibt es nicht
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Huguette Clark im Jahr 1930: Neuere Aufnahmen gibt es nicht


Los Angeles/New York - Jahrzehntelang hatte sich Huguette Clark nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Nun ist die Millionenerbin im Alter von 104 Jahren gestorben. "Sie starb so, wie sie es sich wünschte, zurückgezogen und in Würde", sagte ein Sprecher von Clarks Anwalt Wallace Bock. Laut "Los Angeles Times" starb Clark bereits am Dienstag im Beth Israel Hospital in New York.

Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten lebte die Tochter des millionenschweren Kupfer- und Eisenbahnmagnaten William Andrews Clark seit Ende der achtziger Jahre auf eigenen Wunsch in New Yorker Krankenhäusern - obwohl es ihr gesundheitlich relativ gut ging, wie MSNBC.com berichtet, der Internetauftritt des US-Nachtrichtensenders MSNBC. Sie habe dabei mehrere Pseudonyme benutzt, zuletzt sei sie unter dem Namen Harriet Chase in einem Raum mit einer privaten Krankenschwester untergebracht gewesen. Das Vermögen der kinderlosen Frau soll 500 Millionen Dollar betragen.

Clarks Vater war einer der reichsten Amerikaner. Die Tochter wurde 1906 als jüngstes von sieben Geschwistern in Paris geboren. Laut "New York Times" wuchs sie in einem New Yorker Herrenhaus mit 121 Zimmern auf. Ende der zwanziger Jahre war sie kurz verheiratet, nach der Scheidung zog sie sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück.

Das letzte offizielle Foto zeigt die Millionenerbin am 11. August 1930 - dem Tag, an dem ihre Ehe rechtskräftig geschieden wurde. Zu sehen ist eine junge Frau mit Hut und Pelzkragen sowie Perlenkette und zwei glitzernden Armringen, die eher freudlos in die Kamera guckt.

Seit dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1963 wurde Huguette Clark kaum noch gesehen. Laut "Los Angeles Times" ging der Rückzug soweit, dass Huguette einen Antiquitätenhändler zu ihrem prunkvollen New Yorker Apartment an der Fith Avenue rief - und mit ihm nur durch die geschlossene Tür verhandelte. Die Villen in Kalifornien und Connecticut standen leer, wurden aber weiter gepflegt.

Clark hatte eine Vorliebe für wertvollen Puppen, bis zuletzt soll sie von ihrer Sammlung umgeben gewesen sein. Ihr New Yorker Anwalt zählte zu den wenigen Menschen, mit denen sie regelmäßig Kontakt hatte.

Im vorigen Jahr geriet Clark unfreiwillig in die Schlagzeilen, als MSNBC.com über mögliche Probleme mit ihren Vermögensverwaltern und Betreuern berichtete. Entfernte Verwandte der Frau zogen vor Gericht. Wer Clarks Vermögen nun erben wird, ist nicht bekannt.

hut/dpa/AFP

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