11. September Neues Video zeigt Anschläge in New York

Bislang war nur einen Videoaufnahme bekannt, die den Einschlag des ersten Flugzeugs in das New Yorker World Trade Center zeigt. Nun ist ein zweites Band aufgetaucht: Ein Bauarbeiter hatte die Angriffe mit seiner Videokamera gefilmt.

New York - Die von dem tschechischen Bauarbeiter Pavel Hlava gefilmten Bilder hat die "New York Times" erworben, teilte das Blatt auf seiner Internet-Seite mit. Das einstündige Band könne den Bundesbehörden bei der Ermittlung zu den Terrorangriffen helfen, hieß es. So könnte anhand der Bilder errechnet werden, mit welcher Geschwindigkeit das erste Flugzeug in den Wolkenkratzer einschlug und was den Nordturm genau zum Einsturz brachte.

Pavel Hlava drehte die Anschläge, als er sich zusammen mit zwei weiteren Personen in einem Auto über den Brooklyn Battery Tunnel Manhattan näherte. Auf der schwach auflösenden LCD-Anzeige habe er das erste Flugzeug gar nicht gesehen, als er die Kamera auf die Zwillingstürme richtete, sagte er der Zeitung. Auf dem Band ist zu erkennen, wie ein Objekt den Turm trifft. Danach wirbelt Staub auf, und eine silbrige, größer werdende Wolke steigt auf.

Bei der Durchfahrt durch den Tunnel hörten Hlava, sein Bruder und sein Chef in den Radionachrichten, dass ein Flugzeug in das World Trade Center eingeschlagen sei. Als sie aus dem Tunnel kamen, sahen sie den Nordturm in Flammen aufgehen. Dann filmte Hlava, wie der zweite Passagier-Jet in den Südturm raste. Später, nach der Fahrt über die Brooklyn Bridge, nahm er den Einsturz des Südturms auf.

Hlava sagte über einen Dolmetscher, dass Sprachschwierigkeiten es ihm zunächst nicht ermöglicht hätten, das Band an die Medien zu verkaufen oder weiterzugeben. Dann habe er nach all der Zeit geglaubt, dass sich niemand mehr für das Band interessiere. Sein Chef sei zudem vehement dagegen gewesen, das Band zu verkaufen. Beinahe wäre das vermutlich historische Band zerstört worden, berichtete Hlava. Sein Sohn habe einmal mit der Kamera herumgespielt und den Film um ein Haar gelöscht.

Der Weg zur "New York Times" führte über etliche Zufälle: Ein Freund von Hlavas Frau habe ein Kopie davon erhalten und es einem anderen tschechischen Einwanderer als Bezahlung für eine Kneipenrechnung überlassen. Eine weitere Frau habe von dem Band erfahren und einen freien Fotografen darauf aufmerksam gemacht. Der Mann namens Walter Karling bezeichnet sich nun als Hlavas Agent und hat erklärt, dass der Film an keinen Fernsehsender verkauft worden sei. Die Zeitung habe nichts dafür bezahlt.