Notrufnummern Technische Probleme sollen Ursache für Störungen der 110 und 112 gewesen sein
Für den Ausfall der Notrufnummern in vielen Bundesländern sind offenbar technische Probleme verantwortlich. Um 4.30 Uhr sei es bei Routine-Wartungsarbeiten »zu einer Störung der Erreichbarkeit der Notrufleitstellen in verschiedenen Regionen Deutschlands« gekommen, teilte die Telekom dem SPIEGEL mit.
Die Ursache sei »vermutlich die Einbringung einer neuen Software«. Diese sei zuvor ausführlich getestet worden und habe »keinerlei Auffälligkeiten« gezeigt. Einen Hackerangriff könne man aktuell ausschließen. Eine detaillierte Analyse dauere an.
»Hinweise auf einen Cyberangriff liegen nicht vor«, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) der Nachrichtenagentur dpa. Die Telekom habe die Störung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen dem BSI und der Bundesnetzagentur gemeldet.
»Die Notrufnummern sind enorm wichtig«
Bürgerinnen und Bürger wurden am frühen Morgen über Ansagen im Rundfunk sowie über Meldungen der Warn-Apps Nina und Katwarn aufgefordert, sich während der Störung direkt bei den Polizeistellen vor Ort zu melden.
Unter anderem die Polizei Berlin wies bei Twitter auf die Möglichkeit hin, die Notruf-App Nora zu nutzen. Dies war allerdings für die meisten Menschen nicht möglich, denn die erst Ende September eingeführte App kann aktuell nicht im App Store heruntergeladen werden.
‼️Derzeit ist der #Notruf der Polizei in #Berlin ☎️110 komplett ausgefallen. Bitte nutzen Sie den nächsten Polizeiabschnitt oder die Internetwache sowie ggf. die #NoraApp.
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) November 11, 2021
Wir geben Ihnen sofort Bescheid, wenn Sie uns wieder erreichen können‼️
^tsm
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Aufgrund der hohen Nachfrage seien »Arbeiten an der Infrastruktur für das Notruf-System« nötig, heißt es auf der Website des Angebots, das sich vor allem an gehörlose und sprachbehinderte Menschen richtet. Nur über ein Formular oder per E-Mail kann man den Zugang anfordern.
»Die Notrufnummern sind enorm wichtig, denn bei einem Schlaganfall oder einer anderen Notlage zählt jede Minute«, sagte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster. Der Austausch mit der Telekom zu der Störung am Morgen sei sehr schnell und reibungslos gewesen. Die Landesinnenministerien seien dadurch zügig informiert worden, so dass regional sehr schnell Warnmeldungen zu dem Ausfall veröffentlicht worden seien.
»Natürlich werden wir dieses Problem gemeinsam mit der Deutschen Telekom nachbereiten – das geht so nicht!«, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU). Warnmitteilungen zum Ausfall der Nummern 110 und 112 von Polizei und Feuerwehr gab es unter anderem auch aus Brandenburg, Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Laut Telekom sind alle Leitstellen seit 5.40 Uhr wieder uneingeschränkt erreichbar.
Einen überregionalen vorübergehenden Ausfall der beiden Notrufnummern hatte es bereits am 29. September gegeben. Grund war damals eine bundesweite Störung im Netz der Deutschen Telekom – betroffen waren Anrufe aus dem Mobilfunk in das Festnetz.