Friedhof in Sachsen-Anhalt 17 Urnen in Tüten und Schrank gefunden

Sie sollten längst bestattet sein - doch nun wurden 17 Urnen auf einem Friedhof in Sachsen-Anhalt in Einkaufstüten und einem Kleiderschrank gefunden. Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe.


Auf einem Friedhof in Barby bei Magdeburg sind 17 Urnen in Einkaufstaschen und einem Kleiderschrank entdeckt worden. Sie sollten eigentlich längst anonym unter der Erde sein.

Für die Bestattungen sei eine Friedhofsmitarbeiterin zuständig gewesen. Sie sei die Einzige gewesen, die gewusst habe, wo die Urnen beigesetzt wurden, sagte Bürgermeister Jens Strube. Die Frau bestreite jede Schuld. Sie sei fristlos entlassen worden, es wurde Anzeige erstattet.

Die Einäscherungen lagen zwischen 2011 und 2015. Die Urnen seien in der vergangenen Woche bei Winterarbeiten auf dem Friedhof entdeckt worden - an einem ehemaligen Gewächshaus in Einkaufstaschen und in einem Kleiderschrank in einem Verwaltungsgebäude. Die zuständige Polizei im Salzlandkreis hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe aufgenommen.

Einen ähnlichen Fund hatte es vor drei Jahren im Harz gegeben. In einem leer stehenden Haus in Stolberg waren 67 Urnen entdeckt worden. Sie waren mit Namen sowie Geburts- und Sterbedaten von Toten beschriftet. Ein Bestatter wurde später wegen Betrugs verurteilt. Er hatte Geld für Seebestattungen kassiert, diese aber nicht ausgeführt. Er habe aus Geldnot gehandelt, sagte der Mann vor Gericht. Mit dem eingesparten Geld habe er Schulden begleichen wollen.

ulz/dpa



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