20 Jahre Haft Kennedy-Neffe wegen Mordes verurteilt

Wegen eines vor mehr als einem Vierteljahrhundert begangenen Mordes ist der Kennedy-Neffe Michael Skakel zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er tötete damals die Tochter seiner Nachbarn.

Washington - Das Strafmaß gab Richter John Kavanewsky am Donnerstag in Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut bekannt. Im Juni war der 41-jährige Skakel von einer Jury schuldig gesprochen worden, im Alter von 15 Jahren in 1975 das gleichaltrige Nachbarmädchen Martha Moxley mit einem Golfschläger erschlagen zu haben.

Skakel hatte sich vor der Verkündung des Strafmaßes erstmals während des Prozesses zu Wort gemeldet. Ohne seine Schuld einzugestehen, erklärte der frühere Alkoholiker, er habe sein Leben in den vergangenen Jahren geändert, sei nun ein guter Familienvater und ein gläubiger Christ. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN kann Skakel damit rechnen, bei guter Führung in zehn Jahren auf freien Fuß gesetzt zu werden.

Die Eltern des ermordeten Mädchens hatten an Richter appelliert, ihn zu einer lebenslangen Strafe zu verurteilen. "Wir wurden dazu verurteilt, ein Leben lang ohne Martha zu sein, deshalb ist es nur gerecht, wenn er zu dazu verurteilt wird, ein Leben ohne seinen kleinen Jungen zu verbringen", sagte die Mutter des ermordeten Mädchens.

Skakel ist ein Neffe von Ethel Kennedy, der Witwe des ermordeten früheren US-Justizministers und Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy. Kritiker hatten den Verdacht geäußert, dass die Verbindung zu den Kennedys die Polizei damals abgeschreckt hatte, den Fall weiter zu verfolgen. Erst vor etwa zwei Jahren tauchten dann neue Belastungselemente auf, und der Fall wurde neu aufgerollt.

Als Motiv für die Tat gilt Wut darüber, dass Skakel mit seinen sexuellen Annäherungen bei der hübschen blonden Martha scheiterte. Im Prozess hatte der Staatsanwalt den Angeklagten als schwierigen Teenager mit Alkohol- und Drogenproblemen beschrieben. Er sei verrückt nach Martha gewesen und habe es nicht vertragen können, dass sie Michaels älteren Bruder Thomas vorgezogen habe. Als er in der Nacht vor Halloween 1975 erneut mit seinen Avancen gescheitert sei, habe er zum Golfschläger gegriffen.

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