20-Kilometer-Stau Schneechaos machte Autobahn A8 zum längsten Motel Deutschlands

Heftige Schneestürme haben zu einem Chaos auf Deutschlands Autobahnen geführt: Querstehende Fahrzeuge blockieren die Spuren. Nicht mal mehr die Räumdienste kamen durch. Etliche Autofahrer mussten die eisige Nacht in ihren Wagen verbringen. Dann hatte die Polizei eine neue Aufgabe: die Schlafenden wecken.




Chaos auch auf der Autobahn A46 bei Wuppertal-Nord
DPA

Chaos auch auf der Autobahn A46 bei Wuppertal-Nord

Ulm - Besonders heftig war die Situation auf der A 8 in Baden-Württemberg. Zwischen Ulm und Kirchheim unter Teck saßen Autofahrer bis zu sieben Stunden in ihren Wagen und kamen nicht voran. Gegen 4.00 Uhr in der Früh schien sich die Situation am Aufstieg zur Schwäbischen Alb langsam zu entspannen. Viele Auto- und Lastwagenfahrer, die die ganze Nacht in ihren Fahrzeugen verbracht hatten, mussten gegen Morgen von der Polizei geweckt werden, um den Verkehr wieder in Fluß zu bringen. Die Autofahrer seien in der Nacht vom Arbeiter-Samariter-Bund und dem Roten Kreuz versorgt worden, hieß es.

Doch auch am Vormittag staute sich der Verkehr auf der A8 in Richtung Stuttgart noch immer auf einer Länge von 15 Kilometern. In der Gegenrichtung gab es acht Kilometer Stau. Begonnen hatte das Verkehrschaos am Donnerstag gegen 18.00 Uhr. Ursache waren nach Polizeiangaben vor allem zahlreiche Lastwagen, die mangels ausreichender Winterausrüstung am Albaufstieg liegen blieben. Auch hätten die Autofahrer nicht immer eine Gasse gebildet, so dass auch die Räumfahrzeuge behindert wurden, sagte der Sprecher.

Bei Schönwald im Schwarzwald: Mit Baggern gegen die Schneemassen
DDP

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Auch in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein versorgten Rettungskräfte Menschen in blockierten Fahrzeugen mit warmen Getränken und Decken. Es kam zu zahlreichen Unfällen, die aber nach ersten Erkenntnissen der Polizei meist relativ glimpflich abliefen. Am Morgen rollte der Verkehr auf den meisten Straßen jedoch wieder. Auf den Autobahnen 1, 43 und 46 bei Wuppertal - der am schwersten vom Wintereinbruch betroffenen Region - konnten die Behinderungen gegen 2.00 Uhr beseitigt werden. Von 17.00 Uhr bis 3.00 Uhr zählte die Polizei in Nordrhein-Westfalen mehr als 1100 Unfälle. 40 Menschen wurden dabei verletzt.

Auch auf den Straßen in Schleswig-Holsteins floss der Verkehr am frühen Morgen wieder. Noch am Abend hatten dort die Autofahrer auf der A 21 zwischen Bad Oldesloe Nord und Leezen bis zu vier Stunden lang im Schneetreiben festgesessen. Auf der A 24 kam es zu einer Massenkarambolage.



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