21 Opfer in Chicago Nachtclub wurde zur Todesfalle

Bei einer Massenpanik in einer Discothek in der US-Metropole Chicago sind mindestens 21 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer wurden zu Tode getrampelt.


Eine Tür des Nachtclubs soll verschlossen gewesen sein
REUTERS

Eine Tür des Nachtclubs soll verschlossen gewesen sein

Chicago - Die Nacht sollte kein Ende nehmen, Amerika feierte am Montag den "Presidents Day", da wird nicht gearbeitet. Ungewöhnlich viele Besucher waren daher in den Epitome-Club im Süden der Millionenstadt Chicago gekommen. Rund 1500 Gäste sollen da gewesen sein, zugelassen sei die Disco jedoch nur für 1000 Besucher, berichten US-Medien. Mindestens 21 Menschen überlebten den Discobesuch nicht. Sie wurden zerquetscht, zertrampelt und erstickten, als in dem zweistöckigen Gebäude eine Massenpanik ausbrach.

Auch Stunden nach dem Unglück schweben etliche Menschen in Lebensgefahr. Etwa 10 Personen sollen sich noch in "kritischem Zustand" befinden. Die Szenerie ähnelte Augenzeugenberichten zufolge den Panik-Bildern auf der "Titanic". Wie die "Chicago Tribune" berichtet, gab es gegen 2 Uhr morgens einen Kampf zwischen drei Frauen im zweiten Geschoss der Disco. Sicherheitspersonal hätte daraufhin Gas gegen die streitenden Frauen eingesetzt, es soll sich um aggressives Pfefferspray gehandelt haben.

Augenzeugen sagten, dass 30 bis 40 Menschen in ihrer Angst über eine schwangere Frau hinwegtrampelten. Ein Augenzeuge berichtete, wie sie die Schwangere herausbrachten. "Sie war in einem schlechten Zustand." Die Menschen hätten gekreischt und sich gegenseitig aus dem Weg gestoßen. Sie fielen bei ihrer Flucht aufeinander, die nachdrängenden Massen überrannten sie.

Nach Angaben des Feuerwehrsprechers Will Knight versuchten Menschen in ihrer Panik durch die Vordertür zu fliehen und wurden überrannt. Der Hinterausgang des Gebäudes war nach Medienberichten geschlossen und musste von der Feuerwehr aufgeschnitten werden. Nur eine Treppe führte in der Discothek von dem zweiten ins erste Geschoss.

Der Politiker Jesse Jackson, der sich vor Ort ein Bild machte, schloss einen Anschlag aus. Das sei eindeutig ein Unfall gewesen.



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