25 Jahre Johannes Paul II. Altbischof übt schwere Kritik am Papst

Papst Johannes Paul II. feiert sein 25. Dienstjubiläum. Doch zum Jubeltag gibt es nicht nur Glückwünsche. Hermann Josef Spital, Altbischof von Trier, beispielsweise zieht eine sehr kritische Bilanz des Pontifikats. Vor allem die Rolle der Frau in der Kirche und der Zölibat machen dem ehemaligen Oberhirten Sorgen.



Saarbrücken - Spital rügte in einem Gespräch mit der "Saarbrücker Zeitung" die reduzierte Stellung der Frau in der Kirche. "Die Frau wird in einer Weise zurückgesetzt und an der Mitbestimmung an manchen Stellen gehindert, dass wir das überdenken müssen", wird er zitiert. Bestrebungen aus Rom, Mädchen nicht mehr als Ministrantinnen zuzulassen, bezeichnete er als "einfach lächerlich".

Auch beim Priesterzölibat und der Stellung der Bischöfe gegenüber dem Papst sieht der 77-Jährige erheblichen Reformbedarf. "In der Schrift steht, es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist, und darum hat Gott die Eva dem Adam zur Seite gestellt. Da stellt sich schon die Frage, ob die Kirche das Alleinsein des Menschen zum Ideal erheben kann. Ich denke, wir müssten da flexiblere Lösungen finden."

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Johannes Paul II.: 25 Jahre auf dem Papstthron

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Spital kritisierte, dass Rom die Bischofskonferenzen zu sehr bevormunde. Diese hätten allerdings in den letzten Jahren auch ihre Möglichkeiten nicht genügend wahrgenommen, "sich gegen römische Linien durchzusetzen". Zugleich lobte er den Papst für seine Haltung während der Veränderungen in Osteuropa 1989/90. "Hier haben seine klare Konzeption und seine Bereitschaft, für seine Überzeugung einzustehen, eine entscheidende Rolle gespielt", sagte der Altbischof.

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