Unfälle auf der A2 Ministerium verärgert über Einsatz von "Elfenbeauftragter"

Mit Spiritualität gegen Unfälle? Keine gute Idee, findet das niedersächsische Verkehrsministerium - und kritisiert den schlagzeilenträchtigen Einsatz einer "Elfenbeauftragten".
Stau nach Unfall auf der A2 (Archiv)

Stau nach Unfall auf der A2 (Archiv)

Foto: Peter Steffen/ dpa

Eine "Elfenbeauftragte" und eine Tierkommunikatorin, die angeblich die Unfallserie auf der A2 in Niedersachsen stoppen wollten, erregten Aufsehen. Die beiden hätten nach eigener Aussage einige Teile der Autobahn "energetisch versiegelt", berichtete die "Hannoversche Allgemeine" . Begleitet wurden sie dabei von Mitarbeitern der Straßenbaubehörde. Wenig begeistert von dem Einsatz ist das niedersächsische Verkehrsministerium, wie der NDR  berichtete.

Sie halte "Spiritualität nicht für ein geeignetes Mittel, um den Straßenverkehr sicherer zu machen", teilte die Behörde demnach dem Sender mit. Das Ministerium hätte die Streckenkontrollfahrt mit der Elfenbeauftragten "umgehend untersagt", wenn es vorab darüber informiert worden wäre, heißt es demnach in einem Schreiben.

Patient Autobahn - Unterwegs auf der A2 bei Hannover

NDR

Die Aktion könne dazu führen, die Arbeit aller Mitarbeiter, "die sich ernsthaft und mit viel Engagement für die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen einsetzen, in der Öffentlichkeit zu konterkarieren." Man werde sicherstellen, dass sich ein "derartiger Vorfall nicht wiederholt".

Weniger kritisch betrachtet das Ganze offenbar der Leiter der Landesstraßenbaubehörde, die die beiden Frauen mit an die Autobahn genommen hatte. Der "Süddeutschen Zeitung"  sagte Friedhelm Fischer: "Ich sehe uns als offene Behörde, und da wir auch anderen Menschen Dinge zeigen und erläutern, sehe ich bei einer Heilerin kein Problem." Ob die Maßnahmen der Elfenbeauftragten allerdings erfolgreich waren, könne er nicht einschätzen. "Ich kann auch nicht beurteilen, von welchem Erfolg das alles gekrönt sein wird."

Die "Elfenbeauftragte" ärgert sich offenbar über das Aufsehen und den Spott, den die Aktion erregte: "Was jetzt gerade passiert, ist reine Sensationslust. Daran haben wir kein Interesse und nehmen Abstand", schreibt Melanie Rüter auf ihrer Homepage . Sie habe lediglich helfen wollen.

bbr
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