Stärke 2,8 Leichtes Erdbeben bei Aachen

Die Region Aachen ist am Morgen von einem leichten Erdbeben erschüttert worden. Der Geologische Dienst NRW gab die Stärke mit 2,8 auf der Richterskala an.
Seismografen-Ausdruck: »Das Geschirr in den Schränken klirrt und klimpert«

Seismografen-Ausdruck: »Das Geschirr in den Schränken klirrt und klimpert«

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Fredrik von Erichsen/ DPA

In der Nähe von Aachen hat es am Samstagmorgen ein leichtes Erdbeben gegeben. Es sei um 7.36 Uhr zwischen Aachen und Roetgen, einer Gemeinde an der Grenze zu Belgien, wahrgenommen worden, schrieb der Geologische Dienst NRW auf seiner Internetseite . Die Stärke betrug den Angaben zufolge 2,8 auf der Richterskala. Das Beben habe sich in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern ereignet.

»Das Erdbeben wurde in den umliegenden Ortschaften deutlich gespürt«, teilte der Geologische Dienst weiter mit. Es lägen zahlreiche Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern aus Roetgen, Stolberg, Breinig und Aachen vor.

Gebäudeschäden seien bei Erdbeben dieser Stärke nicht zu erwarten, sagte Klaus Lehmann, Leiter des Landeserdbebendienstes. Ein solches Beben komme in der Niederrheinischen Bucht etwa einmal im Jahr vor. Bei einem Beben der Stärke 2,8 spüre man einen kräftigen Stoß: »So, dass man sich in seinem Bett bewegt fühlt. Oder das Geschirr in den Schränken klirrt und klimpert. Leichte Teile auf dem Tisch können vibrieren und sich bewegen. All das kann passieren.«

Erdbebenstärken

Die Stärke eines Erdbebens wird mithilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude, kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximalamplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.

Deutschland befindet sich mitten auf der Eurasischen Platte, Plattengrenzen sind hier weit entfernt – und doch bebt immer wieder der Boden. Grund sind Brüche und Schwächezonen im Untergrund, die für Probleme sorgen können.

Das Gebiet westlich von Köln hat nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine im deutschen Maßstab verhältnismäßig hohe Erdbebengefährdung.

Dass bei Beben aber auch hierzulande durchaus größere Schäden auftreten können, haben etwa die Erschütterungen gezeigt, die im April 1992 in der Grenzgegend zwischen Deutschland und den Niederlanden registriert wurden. Das sogenannte Erdbeben von Roermond hatte damals eine Stärke von 5,9 und verursachte Schäden im dreistelligen Millionenbereich.

wit/dpa
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