Abu Sayyaf US-Geisel den Kopf abgehackt

Die Banditen der philippinischen Untergrund-Organisation Abu Sayyaf haben nach eigenen Angaben den Kalifornier Guillermo Sobero "hingerichtet". Die Ermordung der Geisel sei ein Geschenk an Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo.


Regierungstruppe auf der Suche nach Abu Sayyaf
AP

Regierungstruppe auf der Suche nach Abu Sayyaf

Der Rebellenführer Abu Sabaya erklärte dem Radiosender RMN am Dienstag, dem Kalifornier Guillermo Sobero sei der Kopf abgeschlagen worden. Der Mann war zusammen mit anderen am 27. Mai aus einer Ferienanlage verschleppt worden. Die Streitkräfte konnten den Tod der Geisel nicht bestätigen und erklärten, die Abu Sayyaf habe bereits in der Vergangenheit über ähnliche Vorfälle die Unwahrheit gesagt.

"Wir haben Guillermo Sobero den Kopf abgehackt", sagte Sabaya dem Radiosender. "Sie kommen besser schnell, oder es werden keine Geiseln mehr da sein." Er erklärte, die Enthauptung habe in der Nähe der Ortschaft Tuburan auf der Insel Basilan stattgefunden und forderte die Soldaten auf, die Leiche des Mannes zu suchen. Sabaya bezeichnete die Ermordung der Geisel als ein Geschenk an Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo zum Unabhängigkeitstag am Dienstag. Er erklärte, die Regierung sei in Bezug auf die malaysischen Vermittler nicht ehrlich gewesen, deren Ernennung die Abu Sayyaf verlangte.

Der nationale Sicherheitsberater Roilo Golez wiederholte, die Regierung werde kein Lösegeld für die mehr als zwei Dutzend Geiseln der Abu Sayyaf zahlen. Er erklärte, wenn die Enthauptung wirklich stattgefunden habe, sei dies ein feiger Akt, der nur eine intensivere Suche nach sich ziehen werde; die Militäroperation werde auf keinen Fall abgebrochen. In Washington erklärte die US-Außenministerium, es habe keine Information über die mögliche Ermordung des Kaliforniers.

Sabaya hatte bereits am Montag gedroht, einen Amerikaner zu töten, wenn die philippinische Regierung nicht seiner Forderung nach zwei malaysischen Vermittlern nachkomme. Nachdem die Regierung der Ernennung eines malaysischen Unterhändlers zugestimmt hatte, erklärte Sabaya, er wolle die Hinrichtung verschieben. Er wollte bei der malaysischen Regierung anfragen, ob der ehemalige Senator Sairin Karno als Vermittler eingesetzt werden könne. Sabaya verlangte außerdem eine Einstellung der Militäroperation auf der Insel Basilan, wo Tausende Truppen nach den Entführern und ihren Geiseln suchen.



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