Abu Sayyaf Zwei Geiseln sind frei

Immer noch sind 20 Geiseln in der Gewalt der muslimischen Rebellengruppe Abu Sayyaf. Zwei davon kamen nun frei. Über das Schicksal dreier US-Bürger ist weiterhin nichts bekannt.


Soldaten der Regierung patroullieren auf Basilan
AP

Soldaten der Regierung patroullieren auf Basilan

Manila - Die Abu-Sayyaf-Rebellen im Süden der Philippinen haben zwei ihrer mehr als 20 Geiseln freigelassen. Dies teilte die Polizei mit. Bei den auf der Insel Basilan Freigekommenen handele es sich zwei Philippiner, ein 15-jähriges Mädchen und ein 32-jähriger Mann. Für deren Freilassung sollen die Moslem-Rebellen Lösegeld kassiert haben. Die Abu Sayyaf hatte Ende Mai 17 Philippiner und drei US-Bürger auf der Insel Palawan entführt und nach Basilan, rund 900 Kilometer südlich von Manila, verschleppt. Die Rebellen hatten in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen entführt, darunter die Familie Wallert aus Göttingen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers sollten die beiden Freigelassenen zunächst in ein Krankenhaus nach Zamboanga gebracht werden. "Mutter, ich bin frei, ich bin frei", sagte Lalaine Chua dem Rundfunksender RMN zufolge in einem Telefonat kurz nachdem die Rebellen sie und Luis Bautista freigelassen hatten. Aus Familienkreisen verlautete, eine der Geisel sei gegen ein Lösegeld von umgerechnet rund 130.000 Mark auf freien Fuß gesetzt worden, für die andere seien etwa 21.000 Mark gezahlt worden.

Die Abu Sayyaf hat die meisten der auf Palawan entführten Menschen freigelassen, nachdem Lösegeld gezahlt worden sein soll. Einige der Geiseln konnten fliehen. Mindestens vier verschleppte Philippiner wurden von den Rebellen getötet. Diese nahmen zudem auf der Flucht vor dem philippinischen Militär weitere Geiseln. Das Schicksal der drei entführten US-Bürger ist weiter unklar. Die Abu Sayyaf hatte erklärt, die US-Geisel Guillermo Sobero enthauptet zu haben. Der US-Botschaft in den Philippinen fehlt hierfür jedoch bislang eine Bestätigung von unabhängiger Seite.



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