Acht Millionen Zuschauer Go-go-Girl gewinnt "Big Brother" in Frankreich

In Frankreich hat die "Big Brother"-Variante "Loft Story" alle Rekorde gebrochen. Das Finale der Containershow verfolgten acht Millionen Zuschauer.


"Loft Story"-Siegerin Loana auf der Avenue de la Grande Armée in Paris
AFP

"Loft Story"-Siegerin Loana auf der Avenue de la Grande Armée in Paris

Paris - Die siegreiche Go-go-Tänzerin Loana, 23, und der Soziologie-Student Christophe, 24, erhalten nach 70-tägiger Isolationsgemeinschaft unter ständiger Kamerakontrolle mit neun anderen Mitbewohnern jeweils 1,5 Millionen Francs (450.000 Mark) als Prämie. Allerdings müssen sie vorher noch sechs Wochen gemeinsam in einer Villa in Südfrankreich verbringen - auch unter Kamera-Überwachung.

Im wirklichen Leben sind die beiden kein Paar geworden. Christophe hat sich in Julie verliebt, eine früher hinausgewählte "Loft"-Bewohnerin. Die Silikon-busige Loana will das Geld für die Erziehung ihrer kleinen Tochter nutzen.

Christophe und Loana sind je 1,5 Millionen Francs reicher
AFP

Christophe und Loana sind je 1,5 Millionen Francs reicher

Die Sendung hat dem Privatsender M6 zum Aufschwung verholfen. M6 hat seinen Marktanteil in den vergangenen zwei Monaten um 34 Prozent auf 16,5 Prozent steigern können. Die Werbeeinnahmen stiegen im Mai um elf Prozent im Vergleich zum Mai 2000.

Auch die über Schwierigkeiten klagende Tagespresse profitierte vom Boom. Mit "Loft Story"-Geschichten im Blatt stieg der Verkauf der Tageszeitungen am Kiosk um 10 bis 15 Prozent. Gleichzeitig entbrannte eine Mediendebatte über Sinn und Unsinn von "Reality-TV". Philosophen und Soziologen bezeichneten das "unerklärliche Interesse für das inhaltsleere Geplauder der Loft-Bewohner" als "Phänomen einer Gesellschaft, die in der Politik und anderen Lebensbereichen nichts Besonderes zu bieten hat".



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