Adeles Steuerfrust "Eine Waffe kaufen und losballern"

Mit ihrem Album "21" verdient Adele Millionen. Die Steuer kassiert da natürlich ordentlich mit  - sehr zum Leidwesen der jungen Sängerin. Sie fühle sich gedemütigt, klagt die 23-Jährige. Und rechnet furios mit staatlichen Einrichtungen ab.

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London - Wer viel verdient, soll auch viel Steuern zahlen: An dieses Prinzip muss sich Sängerin Adele offensichtlich erst noch gewöhnen. Mit ihrem Album "21" hat sie in mehreren Ländern Platz eins der Charts erreicht, darunter England, Deutschland und die USA. Einnahmen in Millionenhöhe sind ihr sicher. Dass sie von dem Geld jedoch eine große Menge an den Fiskus abdrücken muss, will die 23-Jährige nicht so recht akzeptieren.

Sie fühle sich gedemütigt, 50 Prozent Steuern zahlen zu müssen, klagte Adele laut "Guardian" in einem Interview mit dem britischen Musikmagazin "Q". Schon die Steuerbescheinigung nach ihrem ersten Album "19" brachte sie anscheinend völlig aus der Fassung: "Ich war bereit, eine Waffe zu kaufen und wahllos loszuballern."

Einmal in Fahrt, legte Adele nach und kritisierte Einrichtungen, die mit Steuergeld finanziert werden. Der Nahverkehr? "Ich kann keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen. Die Züge sind immer zu spät." Die staatlichen Schulen? "Die meisten sind scheiße." Und dafür, so Adele, "muss ich euch vier Millionen Pfund geben? Amüsiert ihr euch?" Einen Kommentar zum staatlichen Gesundheitssystem NHS, das ohnehin häufig kritisiert wird, ersparte sich Adele. Sie sagte lediglich: "Ich benutze das NHS". Das erschien ihr offensichtlich genug der Worte.

Der "Guardian" kommentierte den Wutausbruch kühl: Adele werde wohl immer genug Geld für eine Autofahrt zum Shoreditch House haben, einem exklusiven Wohlfühl-Tempel. Zudem, so die Zeitung, würden die Klagen bei Adeles Fans wohl gar nicht gut ankommen.

"Q" widmete Adele die Titelgeschichte der 300. Ausgabe. Sie sei derzeit der größte Popstar des Planeten, schwärmt das Magazin. In dem Interview spricht Adele laut der Seite Taletela auch über ihren Traum, Mutter zu werden. Nur Sängerin zu sein, reiche ihr nicht: "Ich möchte mich um jemanden kümmern, und jemand soll nach mir schauen", sagte sie. Zudem beteuerte sie laut "Independent" erneut ihre Furcht, vor großem Publikum aufzutreten, etwa auf Festivals wie Glastonbury in England. Eine Angst, die sie schon in früheren Interviews offen angesprochen hatte.

hut/ulz

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insgesamt 190 Beiträge
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Seite 1
mitwisser, 26.05.2011
1. cooler Tabubruch
Zitat von sysopMit ihrem Album "21" verdient Adele Millionen. Die Steuer kassiert da natürlich ordentlich mit* - sehr zum Leidwesen der jungen Sängerin. Sie fühle sich gedemütigt, klagt die 23-Jährige. Und rechnet furios mit staatlichen Einrichtungen ab. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,764970,00.html
" Die Schulen sind scheisse und dafür soll ich euch 4 Millionen Pfund geben?" Auf den Punkt. In Deutschland gilt: Die Schulen sind scheisse. Die Unis, die Straßen, das Gesundheitswesen, die Rentenfinanzierung, die repräsentative Demokratie und leider auch das Justizwesen und die Bürokratie. Alles auf dem absteigenden Ast. Anstatt das aber zu reformieren, wird es ignoriert oder verschlimmbessert. Und die angeblichen 134 Milliarden an Steuermehreinnahmen werden NICHT dem Bürger anteilig zurückgegeben und auch nicht zur Tilgung genutzt, sondern sind "verplant". Und die Deutschen sind zu faul (laut Merkel). Bin gespannt, wann sich die Leute hier Waffen kaufen...
marl7 26.05.2011
2. Tjo nun ...
Im Wesentlichen werden die Steuern halt, genau wie hierzulande, vor allem dazu verwendet, den Unmündigkeits- und Hilfeapparat am Laufen zu halten. Da leben ja Millionen von Sozirgendwassen, allerlei "Helfern" und anderen öffentlichen Angestellten prima von. Und natürlich ihre Klientel.
meinefresse 26.05.2011
3. -
Eine Priese Mitleid - die 4 Millionen Pfund, die ihr nach Abzug der Steuern übrig bleiben werden 98% der Bevölkerung in ihrem Leben nicht erarbeiten können. Sie hat die Kohle bereits in jungen Jahren für ein paar Alben zusammen - dank Kreativität, Talent, Glück? Anstatt Gott (so es ihn gibt) auf Knien für diesen Glücksfall zu danken beschwert sie sich, dass sie die Allgemeinheit zu einem Teil mitfinanzieren muss. Wie naiv und kurzsichtig kann man sein?
Neinsowas 26.05.2011
4. dieses °Erwachen° mit 23 J. sei erlaubt...
Es fehlt in den Schulen der lebenspraktische Unterricht zu pers. Geld, Recht, Gemeinschaft. Die Dame hätte also andersrum ansetzen müssen: Unterschreibt sie einen Vertrag mit x.000.000,00 E, was sie aushandelt, dann wüaate sie, dass sie x/2.000.000,00E für ihre Leistung bekommt,ihr WERT ist, die andere Hälfte weggeht. Da würde sie sich einige Aufregung ersparen. Was mich aber sehr gewundert hat ist die Abstufung der Freibeträge bei Erbe/Schenkung: Warum kann ein °Ehegatte°(500.000,00 E) steuergrei mehr erben als ein Neffe (20.000 E)? Macht der Fiskus da Unterschiede, die vom GG eigentlich nicht gedeckt sind:° ...alle v.d.G. gleich...°. Z.B. eine Tante liebt ihren Neffen wie einen Sohn, hat selbst keine Kinder und will ihm ihr Erbe zukommen lassen - wieso gelten da andere Regeln? Ich versteh´s nicht.
Freifrau von Hase 26.05.2011
5. Popstars
"Sie sei derzeit der größte Popstar des Planeten, schwärmt das Magazin." Ähm....Adele wer? Mal ehrlich, kennt die irgendwer? Zumindest irgendjemand, der älter ist als 25?
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