Adria 20 Tote bei Bootsunglück

Die Flucht in einem Schlauchboot ist 20 Menschen auf der Adria zum Verhängnis geworden. Wegen hoher Wellen kenterte das Boot, nur elf Insassen überlebten.


Rom - Die italienische Küstenwache teilte der Nachrichtenagentur Ansa mit, dass die Marine die Leichen in einem gestrandeten Schlauchboot vor der albanischen Küste entdeckt habe. Bei den Toten handele es sich um 17 Männer und drei Frauen.

Zunächst war von 21 Toten die Rede gewesen. Zudem hatte die albanische Polizei auch von zwei toten Kleinkindern berichtet. Zwei von insgesamt elf Überlebenden wurden unter dem Verdacht festgenommen, der Schlepperbande anzugehören, die die Überfahrt nach Italien organisiert hatte.

Einige der Überlebenden wurden schwer verletzt geborgen. Angaben Überlebender zufolge befanden sich rund 30 Menschen an Bord des Bootes mit Außenbordmotor, das am Freitagabend von der Hafenstadt Vlora die illegale Überfahrt nach Italien in Angriff nahm. Wegen des hohen Wellengangs sei das Boot jedoch bald gekentert, teilte die albanische Polizei mit.

Zwei Bootsinsassen hätten per Mobiltelefon die albanische Polizei um Hilfe gerufen. Diese habe wiederum die italienische Marine gebeten, nach den Vermissten zu suchen. Die italienische Marine bewacht die albanische Küste, um die illegale Einwanderung nach Italien zu unterbinden. Seit Anfang der neunziger Jahre sind Zehntausende Menschen aus Albanien, dem ärmsten Land Europas, über die Adria nach Italien geflüchtet.



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