Brennendes Schiff vor Griechenland Ein Toter bei Fährunglück in der Adria

Mehr als 300 Passagiere sitzen auf der brennenden Adria-Fähre "Norman Atlantic" fest. Wegen hoher Wellen kommen die Retter nur langsam voran. Für einen Passagier kam jede Hilfe zu spät.


Athen/Rom - Auf der brennenden Fähre in der Adria ist ein Passagier gestorben. Das berichtet die Nachrichtenseite "Corriere della Serra". Griechische Behörden bestätigen die Meldung. Laut einem Sprecher der Hafenbehörde handelt es sich bei dem Opfer um einen Mann, der versuchte, ins Rettungsboot zu gelangen. Laut Angaben der Behörden handelt es sich um einen griechischen Staatsbürger, der gemeinsam mit seiner Frau gereist sei.

149 Menschen seien bisher gerettet worden, erklärte der Sprecher SPIEGEL ONLINE. Sie seien nun auf anderen Schiffen an Bord gegangen. Ein weiterer Puma-Hubschrauber versuche, das Gebiet zu erreichen, zwei weitere Helikopter aus Korfu müssten hingegen zur Basis zurückkehren. Als Grund dafür nannte die Hafenbehörde die schlechten Wetterbedingungen. Die Retter hätten bisher "Übermenschliches" geleistet, hieß es. Die Rettungsaktion werde in der Nacht fortgesetzt wenn nötig.

Das Schiff "Norman Atlantic" war seit Samstagnachmittag vom griechischen Hafen Patras über Igoumenitsa nach Ancona in Italien unterwegs. Jetzt ist sie nach Angaben des Kapitäns manövrierunfähig (Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten zu dem Unglück).

Je zwei Personen können den Angaben zufolge von einem Hubschrauber zugleich abtransportiert werden. Sie werden auf die "Cruise Europa" gebracht. Das Passagierschiff unter italienischer Flagge hält sich in der Nähe der "Norman Atlantic" auf. 14 Menschen seien bereits auf das Boot gebracht worden. Sie wurden von einem Arzt untersucht. Ein Journalist berichtete, die geretteten Passagiere seien unter Schock. Kinder würden zuerst evakuiert.

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Feuer auf Adria-Fähre: An Bord der "Norman Atlantic" gefangen

Zudem sind nach Angaben der Behörden eine griechische Militärmaschine vom Typ Lockheed C-130 und zwei Schlepper im Einsatz, einer versuche, das Feuer zu löschen.

"Es ist eine schwierige und sehr komplexe Rettungsmission", sagte Griechenlands Minister für die Handelsschifffahrt, Miltiadis Varvitsiotis. Rauch, Hitze und vor allem der Sturm mit hohen Wellen machten es den Einsatzkräften über Stunden unmöglich, die Passagiere in Sicherheit zu bringen. Unter ihnen sind auch 18 Deutsche, darunter zwei Kinder. Die Kinder und drei Erwachsene wurden inzwischen auf ein anderes Schiff gebracht, geht aus einem Dokument hervor, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.

478 Menschen waren nach griechischen Angaben insgesamt an Bord. Rund 150 Menschen konnten nach ersten Angaben auf Rettungsboote fliehen, Hunderte aber sitzen seit Stunden auf der brennenden Fähre fest. Medien berichten, dass Rettungsboote verbrannt seien oder nicht ins Wasser gelassen werden könnten.

vek/dpa/AFP/Reuters/ Mitarbeit: Giorgos Christides

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