Ägyptischer Badeort Zwei Frauen nach Haiangriffen in Hurghada gestorben

In Hurghada tummeln sich das ganze Jahr über Urlauber. Zwischenfälle mit Haien sind selten. Doch nun kommen gleich zwei Frauen durch Haiangriffe ums Leben. Touristen verfolgen vom Strand aus dramatische Szenen.
Strand von Hurghada

Strand von Hurghada

Foto: Marcel Lauck / dpa

Unweit des ägyptischen Badeorts Hurghada sind eine Österreicherin und eine weitere Frau bei Haiangriffen ums Leben gekommen. Ein Hai habe sich der 68 Jahre alten Österreicherin beim Schwimmen genähert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus medizinischen Kreisen in Hurghada am späten Samstagabend. Sie habe einen Schock erlitten und sei im Krankenhaus gestorben. Die russische Agentur Ria Novosti berichtete, die Frau habe bei dem Angriff einen Arm und ein Bein verloren.

Wenig später wurde bekannt: Auch eine zweite Frau starb nach einem Haiangriff – offenbar durch dasselbe Tier. Das teilte das Umweltministerium in Kairo am Sonntag mit. Umweltministerin Jasmin Fuad drücke den Familien der beiden Opfer ihr Beileid aus. Details zum zweiten Todesopfer und zum Hergang des Vorfalls nannte das Ministerium zunächst nicht. Der Strand wurde vorerst geschlossen.

Das österreichische Außenministerium in Wien bestätigte den Tod einer Österreicherin. Medizinischen Kreisen zufolge war sie mit einem Ägypter verheiratet und lebte in Hurghada am Roten Meer. Touristen verfolgten die tragischen Szenen vom Strand und von einem Steg aus. Ein Video zeigt, wie die Frau in rot gefärbtem Wasser versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Unterdessen versuchen Männer vom Steg aus, sie mit einem Seil aus dem Wasser zu ziehen.

Strand für drei Tage geschlossen

Der Vorfall ereignete sich in einer Bucht südlich von Hurghada. Der Strand wurde für drei Tage geschlossen. Die Kammer für Tauch- und Wassersport (CDWS) informierte ihre Mitglieder nach dem Zwischenfall über die Sichtung eines Makohais in der Gegend. Wassersport wie Tauchen, Schnorcheln, Kite- und Windsurfen seien während dieser Zeit in dem Gebiet nicht gestattet, hieß es.

Makohaie können ein Tempo von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erreichen. Ausgewachsen können sie über vier Meter lang und über 500 Kilogramm schwer werden. Im Roten Meer leben auch Hammerhaie, Weißspitzen-Hochseehaie, Seidenhaie und weitere Arten.

Das Rote Meer ist unter anderem für Taucher ein beliebtes Reiseziel. Angriffe von Haien sind dort eigentlich außergewöhnlich. Vereinzelt kam es aber auch hier zu tödlichen Attacken. 2018 starb ein Tourist aus Tschechien nach einem Haiangriff, 2015 kamen so auch ein Deutscher und 2010 eine deutsche Rentnerin ums Leben. Möglicherweise werden die Tiere durch Abfälle angelockt oder durch – eigentlich verbotenes – Futter und Köder von Ausflugsbooten.

Für Tauchanbieter, die auch Tauchgänge zu Haien anbieten, sind die Raubfische eine wichtige Einnahmequelle. Laut Mahmud al-Hanafi, Professor für Meeresbiologie an der Suezkanal-Universität, kann ein Hai mit einer Lebensdauer von 20 Jahren einen wirtschaftlichen Wert von bis zu vier Millionen Dollar (umgerechnet rund 3,8 Millionen Euro) erreichen. Haie zu füttern oder mit rohem Fleisch zu ködern, ist verboten.

dop/dpa
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