Äquatorialguinea Zahl der Toten nach Explosionskatastrophe steigt auf 98

Bereits ersten Berichten zufolge waren die Explosionen im afrikanischen Staat Äquatorialguinea verheerend. Nun hat die Regierung die Zahl der Toten und Verletzten drastisch nach oben korrigiert.
Ganze Straßenzüge in der äquatorialguineischen Stadt Bata wurden zerstört, Laternenmasten verbogen

Ganze Straßenzüge in der äquatorialguineischen Stadt Bata wurden zerstört, Laternenmasten verbogen

Foto: JOSE LUIS ABECARA AGUESOMO / EPA

Die Bilder aus der Stadt Bata in Äquatorialguinea sind apokalyptisch: Ganze Straßen sind nach einer Reihe von Explosionen auf dem Gelände einer Kaserne von Schutt und Trümmern übersät, von einigen Häusern stehen kaum mehr die Grundmauern. Nun haben die Behörden des autoritär geführten Landes neue Angaben zu den Opfern des Vorfalls gemacht.

Mindestens 98 Menschen sind demnach ums Leben gekommen. Zuvor war die Zahl der Opfer auf mindestens 31 beziffert worden. Laut der neuen Bilanz der Gesundheitsbehörden habe es außerdem 615 Verletzte gegeben. 299 davon würden noch in Kliniken behandelt, hieß es.

Foto einer Rauchwolke nach einer der Explosionen in Bata

Foto einer Rauchwolke nach einer der Explosionen in Bata

Foto: Uncredited / dpa

Die Explosionskatastrophe hatte sich am Sonntagnachmittag in der Stadt Bata ereignet. Als Ursache hatte der Staatspräsident Teodoro Obiang bereits am Sonntag »Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit« genannt.

Unter den Opfern waren laut Medienberichten sowohl Soldaten als auch Zivilisten. Auf Bildern und Videos, die auf Twitter verbreitet wurden, waren am Sonntag nach den Explosionen eine hohe Rauchsäule und fliehende Menschen zu sehen.

Das Onlineportal »Real Equatorial Guinea« berichtete von schweren Zerstörungen und Panik. Die Druckwellen seien auch in vielen weit entlegenen Gebäuden gespürt worden. Anderen Angaben zufolge gab es drei aufeinanderfolgende Explosionen.

Zum Hergang teilte Präsident Obiang mit, Dynamit- und Sprengstoffdepots seien in Brand geraten, »als Nachbarn in nahe gelegenen Farmen Feuer entzündeten«. Die Flammen hätten sich bis zur Kaserne ausgebreitet. Die Druckwellen hätten »an fast allen Gebäuden und Häusern der Stadt Bata Schäden angerichtet«.

Obiang sagte, er habe Ermittlungen angeordnet, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Präsident rief die Bürger von Äquatorialguinea dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es seien viele falsche Nachrichten im Umlauf.

Bata ist eine der größten Städte und zugleich Wirtschaftszentrum der ehemaligen spanischen Kolonie. Äquatorialguinea ist seit 1968 unabhängig. Seit mehr als 40 Jahren regiert der 78-jährige Obiang das Land mit harter Hand.

Um an die Macht zu kommen, hatte der damalige Kommandant der Nationalgarde seinen regierenden Onkel Macías Nguema gestürzt und hinrichten lassen. Die Opposition und internationale Organisationen werfen Obiang immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Textfassung hieß es, Bata sei die größte Stadt Äquatorialguineas, tatsächlich aber leben in der Landeshauptstadt Malabo mehr Menschen. Wir haben die Textstelle korrigiert.

fek/dpa/Reuters