Ärger für Stefan Raab Bankkauffrau verklagt TV-Moderator wegen Nacktszene

Es scheint fast so, als könnte Stefan Raab seiner Show "TV Total" eine neue Rubrik hinzufügen: Nach "Raab in Gefahr" wäre der geeignete Titel vielleicht "Raab vor Gericht" - dem Entertainer droht nämlich erneut juristischer Ärger.


Raab vor Gericht: Eine Nacktszene mit einer Bankkauffrau beschert dem TV-Moderator erneut juristischen Ärger
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Raab vor Gericht: Eine Nacktszene mit einer Bankkauffrau beschert dem TV-Moderator erneut juristischen Ärger

Düsseldorf - Das Düsseldorfer Landgericht verhandelt über einige pikante Szenen: In der ProSieben-Sendung "TV Total" hatte Raab eine Frankfurter Bankkauffrau mehrfach nackt gezeigt. Die 25-Jährige verlangt jetzt 50.000, mindestens aber 10.000 Euro Schmerzensgeld. Nach der Sendung sei sie das Gespött von Kunden und Kollegen gewesen, so die Begründung.

Die Bänkerin war nach eigenen Angaben 1998 von einem RTL2-Kamerateam beim FKK-Baden am Ostseestrand gefilmt worden. Eine Zustimmung zu diesen Aufnahmen habe sie nie gegeben - von der Ausstrahlung der "nackten Tatsachen" auf RTL2 habe sie erst durch Bekannte erfahren.

Stefan Raab hatte die Drei-Sekunden-Szene für seine Show entdeckt und mit Aufnahmen zusammenmontiert, die Paare beim Unterwasser-Sex zeigen. Der Anwalt der Klägerin nannte dies eine "Porno-Montage".

"Meine Mandantin ist vor Scham im Boden versunken. Niemand möchte heimlich gefilmt werden und dann in lächerlicher und entwürdigender Weise vor einem Millionenpublikum in dieser medialen Kloake verwurstet werden", sagte Frank Roeser, der die 25-jährige Frau vor dem Landgericht vertritt.

Raab-Anwalt Heiko Klatt wies die Forderungen dagegen zurück. Die Nacktszene sei vier Jahre lang unbeanstandet geblieben. Auch habe man bei "TV Total" davon ausgehen können, dass die Bankkauffrau ihre Einwilligung zu den auf RTL2 gezeigten Aufnahmen gegeben habe. Es ist nicht das erste Mal, dass Stefan Raab juristischen Ärger wegen derber Späße hat - Gerichte verhängten schon mehrfach Schmerzensgelder gegen den Entertainer.

Das Düsseldorfer Landgericht will sein Urteil am 3. Dezember verkünden.



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