Brennendes Aeroflot-Flugzeug Notlandung in Moskau - Zahl der Toten auf 41 gestiegen

Auf dem Flughafen Scheremetjewo ist ein brennendes Passagierflugzeug notgelandet. Bei einem der schwersten Flugzeugunglücke in Moskau seit Jahren starben 41 Menschen.


Eine Passagiermaschine der russischen Fluglinie Aeroflot ist mit brennenden Triebwerken auf dem Flughafen Scheremetjewo in Moskau notgelandet. Neuen Angaben zufolge sind dabei mindestens 41 Menschen gestorben. Von den 78 Insassen der Aeroflot-Maschine seien 37 am Leben, teilte das Ermittlungskomitee mit. Zuvor war von 13 Todesopfern die Rede gewesen, darunter zwei Kinder.

In der Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks 73 Fluggäste und fünf Crewmitglieder, teilte der Flughafen mit. Der Flug SU1492 war am Sonntagabend von Moskau-Scheremetjewo im Norden der Hauptstadt mit Ziel Murmansk gestartet, kehrte aber um und setzte etwa 45 Minuten nach Start wieder auf.

Videos im Internet zeigen, wie die Maschine bei der Notlandung brennend über die Rollbahn rast und eine schwarze Rauchwolke hinter sich herzieht. Am Heck des Flugzeuges loderten Flammen und schwarzer, dichter Qualm stieg auf.

Auf Aufnahmen des stehenden Flugzeugs sprangen aus der vorderen Tür Menschen auf eine Notrutsche. Kurz nach dem Unglück war die Rede von einem, dann von 13 und nun von 41 Toten und zahlreichen Verletzten. Laut der Nachrichtenagentur Ria hatte es zunächst geheißen, alle Passagiere seien aus dem Flugzeug gebracht worden.

Die Fluglinie Aeroflot teilte mit, die Maschine habe wegen eines technischen Problems umkehren müssen, die Triebwerke hätten nach der Landung Feuer gefangen. Anderen Berichten zufolge war ein Feuer in der Kabine der Grund für die Rückkehr. Aufnahmen der Webseite Flightradar24 zeigen, dass die Maschine zwei Runden flog, ehe sie bei der Notlandung wieder aufsetzte.

Putin und Medwedew sprechen Angehörigen der Opfer Beileid aus

Auf dem Flughafen Scheremetjewo spielten sich dramatische Szenen ab. Dutzende Rettungswagen waren im Einsatz, um die über Notrutschen geretteten Menschen zu versorgen. Die russische Flugsicherung leitete mehrere Maschinen zu anderen Flughäfen der Hauptstadt um.

Krankenwagen vor dem Terminal
Kirill KUDRYAVTSEV / AFP

Krankenwagen vor dem Terminal

Die Flugaufsichtsbehörde schickte Experten nach Scheremetjewo, um die Unglücksursache zu untersuchen. Sie sollten auch prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Auch Kriminalbeamte waren im Einsatz, wie die Behörden mitteilten.

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung durch eine Sonderkommission an. Er und Regierungschef Dmitrij Medwedew sprachen den Angehörigen der Todesopfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu.

Aeroflot versprach, Angehörige kostenlos an die Unglücksstelle zu bringen. Die Besatzung habe alles getan, um die Passagiere zu retten, hieß es in einer Mitteilung. Die Evakuierung habe 55 Sekunden gedauert, der Pilot habe das Flugzeug als letzter verlassen.

Laut Firmenwebseite der staatlichen Fluglinie Aeroflot werden die Maschinen vom Typ Suchoi Superjet 100 auf Inlandsflügen eingesetzt. Demnach hat die Airline insgesamt 50 Maschinen des Typs im Einsatz. Der Suchoi Superjet ist das erste Verkehrsflugzeug, das Russland seit dem Fall der Sowjetunion entwickelt hat.

kko/cht/dpa/Reuters/AP



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