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AfD AfD-Chef Chrupalla will weiter Verbindungen nach Russland pflegen

aus DER SPIEGEL 40/2022

Ungeachtet des Kriegs in der Ukraine hält AfD-Parteichef Tino Chrupalla an Kontakten zu Russland fest. Er halte es »für richtig und eine Selbstverständlichkeit, Gespräche mit allen Botschaftern, auch dem russischen Botschafter zu führen«. Anfang September hatte Chrupalla Russlands Botschafter Sergej Netschajew in Berlin gesprochen, nach einem Eintrag ins Kondolenzbuch für den frü­heren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow.

Aus: DER SPIEGEL 40/2022

Anschlag in der Tiefe

Heftige Explosionen haben die Röhren der deutsch-russischen Pipelines Nord Stream 1 und 2 in der Ostsee aufgerissen und fast 800 Millionen Kubikmeter Gas entweichen lassen. Während Geheimdienste nach den Tätern suchen, macht der Fall klar, wie verwundbar die Infrastruktur des Westens ist.

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Bereits im Februar, nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine, hatte Chrupalla Netschajew in der Botschaft aufgesucht. Der AfD-Chef pflegt seit Längerem Kontakte nach Moskau: 2020 empfing ihn dort Außenminister Sergej Lawrow, 2021 war er als Redner auf eine Konferenz des russischen Verteidigungsministeriums eingeladen. Den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk, der Berlin bald verlässt, traf er hingegen nie. Der sei »ja mehr ein rabiater politischer Aktivist als ein Diplomat« gewesen, so Chrupalla. Für Wirbel sorgte jüngst eine geplante Reise von drei AfD-Abgeordneten aus NRW und Sachsen-Anhalt in russisch besetzte Gebiete der Ostukraine. Chrupalla, der da­rüber nicht informiert gewesen sei, habe mit zwei der Reisenden telefoniert und ihnen deutlich gemacht, welcher Schaden damit für die AfD entstehe. Die Reise wurde abgebrochen.

sev

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