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06. Januar 2019, 14:24 Uhr

Afghanistan

Mindestens 35 Tote bei Einsturz von Goldmine

Unglück in einer Goldmine: Im Norden Afghanistans sind bei einem Einsturz eines Stollens mindestens 35 Menschen gestorben. Die Ursache ist noch unklar.

Beim Einsturz einer Goldmine im Nordosten Afghanistans sind mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden ereignete sich das Unglück im Bezirk Kohistan in der Provinz Badachschan. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, sagte Bezirksgouverneur Mohammad Rustam Raghi der Nachrichtenagentur dpa.

Dorfbewohner hatten einen 60 Meter tiefen Schacht in einem Flussbett gegraben, um nach Gold zu suchen. Sie befanden sich in dem Schacht, als die Wände einstürzten.

Warum der Schacht einstürzte, ist unklar. Provinzgouverneurssprecher Nik Mohammad Nasari sagte aber, bei den Menschen in der Mine habe es sich nicht um professionelle Bergarbeiter gehandelt. "Die Dorfbewohner sind seit Jahrzehnten in diesem Geschäft, ohne dass die Regierung sie kontrolliert", sagte Nasari. Die Behörden schickten nun Rettungskräfte zum Unglücksort. Die Dorfbewohner hätten bereits damit begonnen, eigenständig Leichen zu bergen.

Afghanistan verfügt über große Rohstoffvorkommen. Die Bodenschätze reichen von Kohle, Lapislazuli, Erdöl bis zu Kupfer und Eisenerze. Auch Lithium, Gold, Niob, Kobalt, Molybdän, sowie Asbest und seltene Erden zählen dazu. Das Land wird auch als Saudi-Arabien für Lithium bezeichnet.

Erst im vergangenen Jahr hatte die Regierung des Landes einen Vertrag zur Erkundung von Kupfer- und Goldvorkommen in den nördlichen Provinzen unterzeichnet. Damit wollte man auch den illegalen Bergbau verhindern und sich durch die Nutzung der Ressourcen von der Abhängigkeit von anderen Ländern lösen.

bam/dpa

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