Arbeitsvisum Afghanischer Künstler kann wieder nach Deutschland reisen

Ahmad Shakib Pouya kann zurück nach Deutschland. Der afghanische Künstler hat ein Visum erhalten. Möglich machte das ein Projektvertrag der Münchner Schauburg.

Ahmad Shakib Pouya in Afghanistan

Ahmad Shakib Pouya in Afghanistan


Ahmad Shakib Pouyas Wunsch ist wahr geworden: Der aus Afghanistan stammende Künstler darf wieder nach Deutschland reisen. Wie der Verein Zuflucht Kultur mitteilt, hat Pouya in Kabul sein Visum abgeholt und soll am Donnerstagabend am Frankfurter Flughafen eintreffen.

Die Erteilung eines Visums war möglich, weil das Theater Münchner Schauburg Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" anbot.

Pouya arbeitete in der afghanischen Provinz Herat in einem Krankenhaus. Radikale Islamisten bedrohten ihn, deshalb floh er schließlich aus seiner Heimat und kam 2011 nach Deutschland. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, er wurde geduldet. Ende Januar reiste er aus, um zu verhindern, dass er abgeschoben wird. Eine Abschiebung hätte eine Wiedereinreisesperre zur Folge gehabt.

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE sagte Pouya Anfang Februar, er wolle zurück nach Deutschland. "Dort habe ich mir ein neues Leben aufgebaut, dort habe ich meine Frau, Freunde, Kollegen, Arbeit und Sicherheit. Hier habe ich nichts."

Pouya war in Deutschland integriert, arbeitete ehrenamtlich in der Flüchtlingsberatungsstelle der IG Metall, er spielte die Hauptrolle in der Mozart-Oper "Zaide", er trat sogar vor Bundespräsident Gauck auf. Künstler, Menschenrechtler und Politiker hatten sich zunächst für seinen Verbleib in Deutschland und dann für seine Rückkehr eingesetzt. Seine Unterstützer hoffen, dass er nun über die Dauer des Visums hinaus ein Bleiberecht in Deutschland erhält.

ulz



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