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07. Februar 2015, 14:44 Uhr

Air-Asia-Unglück

Co-Pilot saß bei Absturz angeschnallt im Cockpit

Die Bergung geht schleppend voran: Sechs Wochen nach dem Absturz von Air Asia QZ8501 haben Taucher einen Piloten aus dem Cockpit geborgen. Die Leiche war zunächst nur anhand der Uniform zu identifizieren. Es soll sich um den Co-Piloten handeln.

Jakarta - Den Absturz hatte keiner der 162 Menschen an Bord überlebt, jetzt haben Taucher einen Piloten der Maschine aus der Javasee geborgen. Er saß angeschnallt in seinem Cockpit-Sitz, sagte der Chef der Nationalen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, lasse die Uniform den Schluss zu, dass es sich um die Leiche des Co-Piloten Rémi Plesel handelt, offiziell bestätigt wurde das allerdings noch nicht. Die Leiche sei sehr stark verwest.

Air-Asia-Flug QZ8501 war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. Zum Unglückszeitpunkt hatte der Co-Pilot die Kontrolle. Taucher wollen auch die Leiche des anderen Piloten bergen. Auch er soll sich noch im Cockpit des Airbus A320-200 befinden. Die Bergung scheiterte zunächst am schlechten Wetter, wie Sulistyo sagte.

Neben der Leiche des Co-Piloten wurden am Freitag noch drei weitere Leichen im Flugzeugrumpf gefunden. Bislang wurden nach offiziellen Angaben 100 Leichen geborgen. Die Absturzursache ist noch unklar, kurz vor dem Unglück war die Maschine offenbar in einen ungewöhnlich rasanten Steigflug gegangen. Im Cockpit waren schrille Alarmtöne zu hören gewesen.

Das an der Suche beteiligte Militär hatte Ende Januar bekannt gegeben, sich von der Bergung zurückzuziehen. Der Versuch, den Rumpf des Flugzeugs aus 50 Meter Tiefe zu bergen, wurde aufgegeben.

In der Region herrschte zum Unglückszeitpunkt Monsunsaison, die Maschine durchflog zum Zeitpunkt des Unglücks ein Gebiet mit mehreren starken Gewitterzellen. Laut indonesischer Flugkontrolle hatte der Pilot um die Erlaubnis für einen höheren Flugkorridor auf 34.000 Fuß gebeten, wenig später aber auf Funkanfragen nicht mehr geantwortet.

cht/dpa/AFP

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