Air-Asia-Unglück Co-Pilot saß bei Absturz angeschnallt im Cockpit

Die Bergung geht schleppend voran: Sechs Wochen nach dem Absturz von Air Asia QZ8501 haben Taucher einen Piloten aus dem Cockpit geborgen. Die Leiche war zunächst nur anhand der Uniform zu identifizieren. Es soll sich um den Co-Piloten handeln.

Bergung in der Javasee: Rettungskräfte hieven einen der Air-Asia-Piloten an Bord eines Schiffs
AFP

Bergung in der Javasee: Rettungskräfte hieven einen der Air-Asia-Piloten an Bord eines Schiffs


Jakarta - Den Absturz hatte keiner der 162 Menschen an Bord überlebt, jetzt haben Taucher einen Piloten der Maschine aus der Javasee geborgen. Er saß angeschnallt in seinem Cockpit-Sitz, sagte der Chef der Nationalen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, lasse die Uniform den Schluss zu, dass es sich um die Leiche des Co-Piloten Rémi Plesel handelt, offiziell bestätigt wurde das allerdings noch nicht. Die Leiche sei sehr stark verwest.

Air-Asia-Flug QZ8501 war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. Zum Unglückszeitpunkt hatte der Co-Pilot die Kontrolle. Taucher wollen auch die Leiche des anderen Piloten bergen. Auch er soll sich noch im Cockpit des Airbus A320-200 befinden. Die Bergung scheiterte zunächst am schlechten Wetter, wie Sulistyo sagte.

Neben der Leiche des Co-Piloten wurden am Freitag noch drei weitere Leichen im Flugzeugrumpf gefunden. Bislang wurden nach offiziellen Angaben 100 Leichen geborgen. Die Absturzursache ist noch unklar, kurz vor dem Unglück war die Maschine offenbar in einen ungewöhnlich rasanten Steigflug gegangen. Im Cockpit waren schrille Alarmtöne zu hören gewesen.

Das an der Suche beteiligte Militär hatte Ende Januar bekannt gegeben, sich von der Bergung zurückzuziehen. Der Versuch, den Rumpf des Flugzeugs aus 50 Meter Tiefe zu bergen, wurde aufgegeben.

In der Region herrschte zum Unglückszeitpunkt Monsunsaison, die Maschine durchflog zum Zeitpunkt des Unglücks ein Gebiet mit mehreren starken Gewitterzellen. Laut indonesischer Flugkontrolle hatte der Pilot um die Erlaubnis für einen höheren Flugkorridor auf 34.000 Fuß gebeten, wenig später aber auf Funkanfragen nicht mehr geantwortet.

Mögliche Flugroute der Unglücksmaschine anhand der Daten vom Absturztag
SPIEGEL ONLINE

Mögliche Flugroute der Unglücksmaschine anhand der Daten vom Absturztag

cht/dpa/AFP

insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
ratxi 07.02.2015
1. Es ist das Schlimmste...
Ich hoffe sehr--insbesondere für alle Beteiligten--, dass die Absturzursache geklärt werden kann. Es ist das Schlimmste, wenn man nicht erfährt, was los war, denn dann kann man ja auch nicht daran arbeiten, dass das Gleiche nochmal passiert.
sucramotto 07.02.2015
2. @ratzxi
Sie haben vollkommen Recht, allerdings befürchte ich, dass man bei Air Asia (und Airbus?) offensichtlich gerade nicht dazu gelernt hat, denn die Parallelen zu AF447 werden immer offensichtlicher. Will jetzt nicht zu sehr spekulieren und die Verzögerung bei der Veröffentlichung eines ersten Zwischenberichtes deutet darauf hin, dass es doch sehr viel komplizierter ist als erwartet, aber dass es ein Stall war , der aus welchen Gründen auch immer von den Piloten falsch gehändelt wurde, wird immer deutlicher. Ich befürchte sogar, dass das noch größere Probleme für Airbus nach sich ziehen wird. Bin sehr gespannt auf den Bericht.
kral1 07.02.2015
3. Blackbox wurde gefunden und wird ausgewertet
1. Wer hat die Blackbox jetzt? 2. Wann werden die Auswertungsergebnisse bekanntgegeben? 3. Wenn man das Flugzeug nicht aus dem Meer birgt, dann fehlt ein wichtiges Beweisstück.
Moewi 07.02.2015
4.
"Co-Pilot saß bei Absturz angeschnallt im Cockpit" Schlecht für ihn, aber durchaus nicht unerwartet...
sucramotto 07.02.2015
5. @kral1
Was glauben Sie denn, wie lange es dauert, bis die tausenden Daten, die aufgezeichnet werden, ausgewertet sind? Das ist ein hochkomplexes System und bevor man mit irgendwelchen Anschuldigungen raus geht, sollte man sich schon sehr sicher sein. Das kann mitunter sogar noch mehrere Monate oder gar Jahre dauern, bis der endgültige Bericht veröffentlicht wird.
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