Air-Asia-Absturz Co-Pilot steuerte Maschine zum Zeitpunkt des Unglücks

Ermittler haben neue Erkenntnisse zum Absturz von Air-Asia-Flug QZ8501 bekannt gegeben: Demnach saß der Co-Pilot am Steuer der Unglücksmaschine. Große Hoffnungen weckt offenbar die Auswertung des Flugdatenschreibers.

Wrackteil der abgestürzten Air-Asia-Maschine: Bergung soll weitergehen
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Wrackteil der abgestürzten Air-Asia-Maschine: Bergung soll weitergehen


Jakarta - Die vor Indonesien abgestürzte Air-Asia-Maschine ist Ermittlern zufolge vom französischen Co-Piloten gesteuert worden. "Der Stellvertreter ist geflogen", sagte Chef-Ermittler Mardjono Siswosuwarno auf einer Pressekonferenz. Der Pilot habe ihn dabei überwacht und vermutlich eingegriffen, als die Situation außer Kontrolle geriet.

Mardjono Siswosuwarno betonte, die Maschine sei flugtauglich gewesen, die Ladung habe innerhalb der zulässigen Gewichtsvorgaben gelegen. Die bisherige Auswertung des Flugdatenschreibers habe zudem ein "ziemlich klares Bild" dessen ergeben, was in den letzten Momenten vor dem Unglück passiert sei. Einzelheiten der Erkenntnisse gab der Chefermittler jedoch nicht preis. Die Auswertung der Flugschreiber sei noch nicht abgeschlossen und werde wohl noch mehrere Monate andauern.

Ein vorläufiger Untersuchungsbericht zum Absturz wurde inzwischen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) übergeben, wie die Verkehrssicherheitsbehörde NTSC mitteilte. Der Report werde aber nicht öffentlich gemacht. Er enthalte allgemeine Informationen wie die Zahl der Passagiere und Details zu der Maschine, jedoch keine Daten der Flugschreiber.

Bergungsarbeiten sollen weitergehen

Der Air-Asia-Airbus war am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt. Kurz vor dem Unglück soll die Maschine in einen ungewöhnlich rasanten Steigflug gegangen sein. Im Cockpit waren offenbar schrille Alarmtöne zu hören. Alle 162 Menschen an Bord kamen ums Leben. Bislang wurden 70 Leichen geborgen.

Die Arbeiten am Wrack sollen nun doch weitergehen. Das sagte der Chef der Nationalen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Sulistyo, am Mittwoch. Es werde aber eine zweitägige Pause für die Rettungskräfte eingelegt.

Das an der Suche beteiligte Militär hatte am Dienstag angekündigt, sich von der Bergung zurückzuziehen. Zuvor waren Versuche gescheitert, den Rumpf des Flugzeugs aus dem Wasser zu heben und weitere Leichen zu finden.

wit/dpa/Reuters

insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
jenli 29.01.2015
1. Zu steiler Anstieg ...
... daraufhin Luftströmungsabriss; die Maschine sackt durch, der Pilot bringt die Nase zu spät runter, um durch einen moderaten Sturzflug wieder Kontrolle über das Flugzeug zu bekommen. Dazu passt aber nicht so recht, dass die Passagiere Schwimmwesten angelegt haben. Das setzt wohl einen längeren Prozess des allmählichen Absinkens und den Versuch einer Wasserung voraus.
tk90 29.01.2015
2.
Sie wissen aber das der A320 zwei Joysticks hat und man jederzeit die Steuerung von rechts nach links übertragen kann?! Es ist außerdem völlig normal, dass der Co genauso oft pilot flying ist wie der Kapitän.
auf_dem_Holzweg? 29.01.2015
3. kann mir bitte mal ein ECHTER Fachmann erklären...
warum die Auswertung eines Flugschreibers mehrere Wochen bis Monate dauern muss und dann immer wieder nur Häppchen dem Volk vorgeworfen werden? Bei den Flugschreiberdaten handelt es sich um ein paar Protokoll-Listen, die maximal 15-20 Minuten vom Flug widergeben sollen. WAS bitte dauert Wochen um diese paar Datensätze auszuwerten? Man will uns doch sicherlich nur hinhalten um am Schluss die wahren Fakten unter den Teppich zu kehren oder? Hat schon einmal ein Reporter nachgeprüft ob die Maschine überhaupt genügend betankt war? Vielleicht wollte jemand am Airport Geld sparen... Ich denke nein, das "durfte" bidlang niemand untersuchen, auf diese "Daten" wartet man schliesslich noch. Ein paar Jahre. Dann ist es vergessen. Wie immer.
cosmo9999 29.01.2015
4. wo
sind eigentlich die neuesten Erkenntnisse des Air Malaysia absturzes über der Ukraine, lieber Spiegel! Die Untersuchungen scheinen wohl nicht in die politisch gewünschte Richtung zu gehen?
flyforcash 29.01.2015
5. Wo immer in den letzten Jahren ein Airbus...
...vom Himmel gefallen ist, hatten französische Piloten die Hand im Spiel. Meine persönlichen Erfahrungen mit dieser Spezies sind ähnlicher Natur. Schlampig, schlecht vorbereitet und beratungsresistent bis aufsässig. Man scheint dort noch fest mit Saint-Expury verbunden, der sich als Abenteurer der Lüfte gesehen hat. Also als genau das, was man im Cockpit eines modernen gerade NICHT braucht.
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