Air-Asia-Flug QZ8501 Marine findet offenbar großes Flugzeugteil im Meer

Das Wetter an der Javasee hat sich gebessert. Dadurch kommen die Bergungsteams besser voran und können nach den Trümmern des Air-Asia-Flugs QZ8501 suchen. Nun sollen sie das Heck der Unglücksmaschine gefunden haben.


Jakarta - Fünf Tage nach dem Absturz von Air-Asia-Flug QZ8501 hat ein Schiff der indonesischen Marine wahrscheinlich das hintere Teil der Unglücksmaschine entdeckt. "Wir konnten das Heck mittels Seitensicht-Sonar orten", sagte der Schiffskommandant dem Sender Metro TV. Die Trümmer liegen demnach auf dem Meeresboden in rund 29 Metern Tiefe.

In den vergangenen Tagen hatte schlechtes Wetter die Bergungsarbeiten stark behindert. Inzwischen hat sich die See aber beruhigt, wodurch die Arbeiten besser vorankommen. Die Suche konzentriert sich vor allem auf die Flugschreiber, die bislang jedoch noch nicht geortet werden konnten.

Auch immer mehr Leichen werden aus der Javasee geborgen. Am Freitag wurden 21 Tote gefunden - viele von ihnen saßen dem Bericht zufolge noch angeschnallt auf ihren Sitzen. Zuvor war aber auch ein Opfer gefunden worden, das eine Rettungsweste trug. Zudem soll die Rettungsrutsche gefunden worden sein. Das deutet darauf hin, dass es nicht zu einer plötzlichen Katastrophe kam und dass die Passagiere vor dem Aufprall noch Zeit hatten zu reagieren.

Der Airbus A320 der Billigfluglinie Air-Asia war am Sonntag aus weiterhin ungeklärter Ursache mit 162 Menschen an Bord auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur ins Meer gestürzt. Kurz zuvor hatte der Pilot wegen des schlechten Wetters darum gebeten, seinen Kurs ändern zu dürfen. Die Flugkontrolle untersagte es dem Piloten wegen des dichten Flugverkehrs aber, seine Flughöhe anzupassen.

Die Flugschreiber sollen helfen, die genauen Umstände des Unglücks zu klären. Mit Sonargeräten und anderen Messinstrumenten ausgestattete Schiffe suchen ein etwa 5400 Quadratkilometer großes Meeresgebiet ab. Zudem sollten Horchgeräte unter Wasser akustische Signale von den Blackboxes der Unglücksmaschine auffangen, sagte der Chef der indonesischen Behörde für Transportsicherheit, Tatang Kurniadi. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Signal sendet nur 30 Tage lang", sagte er.

jbe/dpa/AFP/AP

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farbraum 02.01.2015
1.
Das wäre echt bitter, wenn beim Flugzeug durch einen ungewöhnlich starken Blitz die Elektronik größtenteils ausgefallen wäre, der Pilot zwar noch hätte landen, aber keinen Notruf mehr abgeben können. Wobei das Flugzeug bei dem Seegang wohl auch sehr schnell untergegangen sein muss, wenn die meisten noch in den Sitzen angeschnallt waren.
usfriend 02.01.2015
2. Schwachsinn...
... ist die Behauptung, dass dem Piloten der Climb auf 38000 Ft nicht gewährt wurde -zumindest soweit man den Funkverkehr bis her kennt. Es ist normal, dass es zu Verzögerungen kommen kann. Wenn der Pilot einen Distress oder Emergency funkt, dann bekommt er Priorität. Hat er aber offensichtlich nicht gemacht. Also bitte keine falschen bzw. voreiligen Beschuldigungen an die Fluglotsen. Warten wir auf die Voice-Recorder und Blackboxen, um zu verstehen, was zu dem Unfall geführt hat...
george2013 02.01.2015
3. Kaum jemand trug eine Rettungsweste?
Selbst im "Sturzflug" - und der dauert - hätten die Menschen genügend Zeit gehabt, die Rettungswesten unter dem Sitz hervor zu holen. Bohrende Fragen. Aber das Heck wurde gefunden. Dort ist die "Black-Box". Und aus nur 30 Metern Tiefe lässt sich in wenigen Wochen eine Menge bergen.
Freewolfgang 02.01.2015
4. Sicherheitsballett
Vor dem Start eines jeden Passagierflugzeuges findet es statt: das viel belächelte "Sicherheitsballett" der Stewardessen. Die meisten Passagiere jedoch verfolgen die Sicherheitshinweise - wenn überhaupt - nur gelangweilt. Im Fall der Fälle wissen diese "coolen" Passagiere nicht, wie sie sich zu verhalten haben. Es soll also ein Passagier eine Schwimmweste getragen haben. Und es soll eine Notrutsche gefunden worden sein. Gibt es auch Fakten oder nur Mutmaßungen? Übrigens sind die Chancen, einen Absturz auf offener See mit Schwimmweste zu überleben, in der Tat größer als ohne. Also beim nächsten mal besser aufpassen, wenn die Saftschubse wieder einmal erklärt, wie man sein eigenes Leben retten kann, und vielleicht sogar das anderer. Wenngleich ich zugeben muss, dass es auch für geübte Schwimmer MIT Schwimmweste sehr schwer, wenn nicht unmöglich ist, über einen längeren Zeitraum in kaltem Wasser bei schwerer See zu überleben.
hdudeck 02.01.2015
5. Es soll Fluggaeste geben, die sich bei schweren Wetter in der Maschine
schon die Rettungsweste umlegen. Das als Beweis einer Notlandung zu werten ist gewagt. Wenn das der einzige Passagier mit angelegter Weste bleibt, kann man das knicken. Wartet doch ersteinmal weitere Funde ab, bevor wieder wilde Spekulationen veroeffentlcht werden. Von der MH die in der Ukraine runtergekommen ist, hat man soweit auch nicht neues mehr gehoert. Nur Spekulationen, keine Fakten. Als Nachrichtenmagazin beleibt man bei Fakten und nichts als Fakten. Keine Vermutungen.
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