Air-Asia-Absturz Stimmrekorder-Analyse gibt keine Hinweise auf Terrorismus

Indonesische Ermittler haben den Stimmrekorder der abgestürzten Air-Asia-Maschine abgehört. Eine erste Analyse ergibt: Im Cockpit waren zum Unglückszeitpunkt nur die beiden Piloten. Auch gebe es keine Hinweise auf Schüsse oder Explosionen, so die Experten.

Bergungskräfte mit einem Sitz aus der abgestürzten Air-Asia-Maschine
DPA

Bergungskräfte mit einem Sitz aus der abgestürzten Air-Asia-Maschine


Jakarta - Zehn Ermittler des indonesischen Verkehrssicherheitskomitees haben den Stimmrekorder des über der Javasee abgestürzten Air-Asia-Flugs QZ8501 untersucht und erste Ergebnisse bekannt gegeben.

Demnach gab es vor dem Absturz keine Anzeichen einer Bedrohungslage im Cockpit der Maschine, die auf ein Verbrechen hindeuten könnten. Auf die Frage, ob Terroristen an Bord gewesen sein könnten, sagte ein Sprecher des Ermittlerteams: "Nein, denn wenn es Terrorismus gewesen wäre, dann hätte es irgendeine Form von Bedrohung gegeben."

Die Aufnahme weise vielmehr darauf hin, dass der Pilot zum kritischen Zeitpunkt "damit beschäftigt war, das Flugzeug auf Kurs zu halten", sagte Andreas Hananto der Nachrichtenagentur Reuters. Die letzten Minuten des Flugs QZ8501 seien erfüllt gewesen von "Maschinengeräuschen und Warntönen".

Der Airbus A320-200 war am 28. Dezember bei schlechtem Wetter mit 162 Insassen auf dem Weg von Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya nach Singapur abgestürzt. Niemand überlebte das Unglück.

Die Ermittler erklärten, sie hätten die gesamte Aufnahme des Stimmrekorders abgehört, aber erst die Hälfte transkribiert. "Wir haben keine anderen Stimmen gehört als die der beiden Piloten", fügte ein weiterer Ermittler, Nurcahyo Utomo, hinzu. Auch seien weder Schüsse oder eine Explosion zu hören. Utomo erklärte, auf dem Band sei "fast alles gut zu hören gewesen". Details zum Inhalt der Unterhaltung wollte er gleichwohl nicht verraten. Auch der Flugschreiber konnte aus der Javasee geborgen werden und wird ebenfalls derzeit untersucht.

Kurz nach dem Fund der Blackboxes hatte eine Hypothese des Operationsleiters der indonesischen Such- und Rettungsbehörde für Aufregung gesorgt: Er hatte erklärt, der Airbus 320-200 sei mit hoher Wahrscheinlichkeit explodiert. Demnach soll die Maschine beim Aufschlag auf der Meeresoberfläche auseinandergebrochen sein. Die indonesischen Behörden dementierten dies und gehen weiter davon aus, dass schlechtes Wetter den Absturz verursacht habe.

ala/Reuters

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Seite 1
koenigludwigiivonbayern 19.01.2015
1. Unter Wasser
Kann mir mal irgendeiner der hier Mitlesenden, der sich auskennt, erklären, warum der Flugdatenschreiber und der Cockpit Voice Recorder nach der Bergung aus dem Meer, so wie im Fernsehen mehrfach gezeigt, wieder ins Wasser gelegt und in wassergefüllten Behältern transportiert werden?
_thilo_ 19.01.2015
2. Lagerung in Wasser ..
Zitat von koenigludwigiivonbayernKann mir mal irgendeiner der hier Mitlesenden, der sich auskennt, erklären, warum der Flugdatenschreiber und der Cockpit Voice Recorder nach der Bergung aus dem Meer, so wie im Fernsehen mehrfach gezeigt, wieder ins Wasser gelegt und in wassergefüllten Behältern transportiert werden?
Ganz einfach: Schädliche Korrosion (Rost ...) verläuft am schnellsten, wenn das Metall mit Wasser _und_ Luft (i.e. mit Sauerstoff) in Berührung kommt. Falls das Gerät noch dicht ist, bewirkt noch mehr Wasser nichts. Falls das Gerät schon voll gelaufen ist, hält man besser die Luft fern, bis man das Gerät kontrolliert trocknen kann. Ausserdem ist Salzwasser elektrisch leitend. Auch hier gilt: Komplett unter Wasser ist alles mit allem verbunden, da können sich keine grossen Spannungsdifferenzen aufbauen. Halb unter Wasser ist weniger gut ...
banthafood_10 19.01.2015
3. Fdr/cvr
Weil die Dinger korridieren wenn sie mal nass geworden sind. Da ist es besser sie in dem Zustand zu halten und mit Süßwasser zu versuchen das Salz zu entfernen. Die Trocknung findet dann kontrolliert im Labor statt. Und das Auslesen der Geräte gleicht einer Rettungsaktion für kaputte Festplatten. Manchmal reicht einfaches einstöpseln, manchmal muss alles aufgefahren werden was möglich ist um da noch was brauchbares heraus zu bekommen. Diesmal war es wohl einfach.
spon-facebook-10000039670 19.01.2015
4. Wer's glaubt
Das ging ja fix! Wenn man die Ursache nicht bekanntgeben will, dann geht's auf einmal so rasch. Auch Experten aus den USA gingen stets von einer Explosion aus - vielleicht eine kleine im Laderaum, die auf dem Stimmenrecorder nicht zu hören war, aber die Steuerung beschädigte. Lithium-Ionen Akkus könnten z.B. in der Ladung gewesen sein und in Brand geraten sein, da wäre dann keine Explosion zu hören, aber verschmorte Kabel können sehr wohl das Flugzeug kaum noch manövrierbar machen. Kurzum, Zweifel sind an der "Verlautbarung" der indonesischen Behörden angebracht. Möglicherweise ist tasächlich ein Sprengsatz explodiert, gelegt von Widerstandskämpfern aus dem indonesischen Kolonialreich West-Papua, wo indonesisches Militär (ausgerüstet von der australischen Regierung, die ihre Goldminen nicht den Papuanern überlassen will) in den letzten 45 Jahren über 500.000 Menschen massakriert hat und das auch weiter tut.
philip2412 19.01.2015
5.
Zitat von spon-facebook-10000039670Das ging ja fix! Wenn man die Ursache nicht bekanntgeben will, dann geht's auf einmal so rasch. Auch Experten aus den USA gingen stets von einer Explosion aus - vielleicht eine kleine im Laderaum, die auf dem Stimmenrecorder nicht zu hören war, aber die Steuerung beschädigte. Lithium-Ionen Akkus könnten z.B. in der Ladung gewesen sein und in Brand geraten sein, da wäre dann keine Explosion zu hören, aber verschmorte Kabel können sehr wohl das Flugzeug kaum noch manövrierbar machen. Kurzum, Zweifel sind an der "Verlautbarung" der indonesischen Behörden angebracht. Möglicherweise ist tasächlich ein Sprengsatz explodiert, gelegt von Widerstandskämpfern aus dem indonesischen Kolonialreich West-Papua, wo indonesisches Militär (ausgerüstet von der australischen Regierung, die ihre Goldminen nicht den Papuanern überlassen will) in den letzten 45 Jahren über 500.000 Menschen massakriert hat und das auch weiter tut.
Warten sie doch erstmal den offizielen Bericht ab,bevor sie hier rumkrakelen.Die von ihnen erwähnten Batterien befinden sich nicht im A320.Was ist den der Unterscheid zwischen kaum und nicht mehr manövrierbar ? Bitte um Erklärung.
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