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12. Januar 2015, 17:20 Uhr

Air-Asia-Absturz

"Keine Beweise für Explosion an Bord"

Die Blackboxes des Air-Asia-Unglücksflugs QZ8501 konnten erfolgreich geborgen werden. Jetzt vermutet ein Experte, an Bord könne es eine Explosion gegeben haben. Die indonesischen Behörden dementieren.

Jakarta - Bislang gingen viele Ermittler davon aus, dass der Airbus 320-200 der Billigfluglinie Air Asia in die Javasee stürzte, weil das Wetter zu diesem Zeitpunkt sehr schlecht war.

Lange wurde nach den Blackboxes gesucht, um Aufschluss über die Absturzursache zu erhalten. Jetzt wurden die Bergungsexperten fündig: Am Montagmorgen wurde laut Einsatzleiter Bambang Soelistyo in 32 Metern Tiefe der Flugdatenschreiber geborgen. Der Stimmenrekorder liegt nur etwa 20 Meter davon entfernt - ist aber unter einer Tragfläche eingeklemmt.

Der Flugdatenschreiber dokumentiert wichtige Daten wie etwa Höhe, Geschwindigkeit und Kurs der Maschine, der Stimmenrekorder zeichnet alle Gespräche, Funkgespräche und sonstigen Geräusche im Cockpit auf. Beide Blackboxes sind im Flugzeugheck untergebracht und so konzipiert, dass Meerwasser ihnen nichts anhaben kann. Sie lassen sich noch wochenlang mit Hilfe von besonderen Signalen orten.

Der Flugschreiber sei allem Anschein nach in gutem Zustand, sagte der Chef der Behörde für Transportsicherheit, Tatang Kurniadi. Er soll jetzt zur Analyse nach Jakarta gebracht werden, der Stimmenrekorder so schnell wie möglich freigelegt werden. Dazu solle die Tragfläche möglicherweise mit Hilfe riesiger Ballons angehoben werden, sagte ein Sprecher des Bergungsteams.

Eine Analyse der Daten wird zwei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Doch zeitgleich mit dem Fund gab es eine neue Hypothese zum Unfallhergang: Der Operationsleiter der indonesischen Such- und Rettungsbehörde erklärte, der Airbus der Air Asia sei mit hoher Wahrscheinlichkeit explodiert. S. B. Supriyadi berief sich auf die Untersuchung der bisher gefundenen Wrackteile. Demnach soll der Airbus beim Aufschlag auf der Meeresoberfläche auseinandergebrochen sein. Es sei keine Zeit mehr geblieben, den Kabinendruck auszugleichen, so dass die Maschine unter dem Druck regelrecht explodiert sei. "Diese Explosion war in der Region zu hören", fügte der Experte hinzu.

"Es gibt keine Daten, die eine solche Theorie stützen", konterte Santoso Sayogo, ein Ermittler beim Nationalen Komitee für Verkehrssicherheit. Es gilt also, sich auf Fakten zu verlassen und etwas in Geduld zu üben: "Es wird zwei, drei Tage dauern, die Daten herunterzuladen. Aber sie auszuwerten dauert länger", sagte der Chef der Behörde für Transportsicherheit, Tatang Kurniadi.

Der Airbus A320-200 war am 28. Dezember mit 162 Insassen auf dem Weg von Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya nach Singapur abgestürzt. Niemand überlebte. 48 Leichen wurden bislang geborgen. Starker Wind und hoher Seegang haben die Suche nach weiteren Opfern und Wrackteilen verzögert.

Experten vermuten, dass sich die meisten Opfer noch in der Passagierkabine befinden, doch wurde diese noch nicht gefunden, wie Militärchef Moeldoko Journalisten an Bord des Marineschiffs "KRI Banda Aceh" sagte.

ala/AFP/Reuters/dpa

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