AirAsia-Flug QZ8501 Taucher suchen weiter nach Absturzopfern

Der Sturm hat sich verzogen, und die Rettungskräfte suchen wieder: Neun Schiffe aus vier Ländern sind in der Javasee unterwegs, um die Opfer des abgestürzten AirAsia-Flugzeugs und den Flugschreiber zu bergen.


Jakarta - Die Suche nach Überresten des abgestürzten AirAsia-Flugs QZ8501 geht weiter - und die Rettungshelfer sind zuversichtlich, den Flugschreiber bald zu finden. Das Wetter sei deutlich besser als am Vortag, sagte Jhonson Supriadi von der indonesischen Luftwaffe. Die Sicht betrage sechs Kilometer, und es sei weitgehend windstill.

"Das Meer war bislang nicht sehr freundlich, aber Flugschreiber haben eine Lebensdauer von 30 Tagen, und die Taucher werden ihn finden", sagte auch Peter Marosszeky von der Universität von New South Wales.

Die Taucher hatten die Suche nach weiteren Opfern am Sonntag wegen des schlechten Wetters unterbrechen müssen. Bislang haben die Einsatzkräfte 34 Leichen aus dem Wasser geborgen. Es wird vermutet, dass die meisten Toten noch im Rumpf der Maschine sind.

Neun Schiffe aus vier Ländern sind vor Ort: In bis zu 30 Metern Tiefe haben die Rettungskräfte dort bisher fünf große Trümmerteile gefunden, die zu dem vermissten Flugzeug der Billigfluglinie AirAsia gehören sollen.

Die Leichen werden nach der Bergung sofort ins indonesische Surabaya geflogen, wo Gerichtsmediziner an der Identifizierung arbeiten, erklärte ein indonesischer Polizist. "Die Leichen sind in einem Stadium der fortgeschrittenen Verwesung. Es ist unmöglich, Tote durch bloßes Ansehen zu identifizieren."

Der Flug QZ8501 war vor am vergangenen Sonntag mit 162 Passagieren an Bord auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur verschollen. Kurz zuvor hatte der Pilot noch um eine Kursänderung gebeten. Diese wurde genehmigt, die Flugkontrolle untersagte es ihm wegen dichten Flugverkehrs aber, seine Flughöhe anzupassen.

Der Flugschreiber des Airbus A320 ist noch immer nicht geborgen. Das staatliche meteorologische Amt hatte am Samstag mitgeteilt, den vorliegenden Daten zufolge habe vermutlich ein Unwetter die Katastrophe ausgelöst.

vet/Reuters/AP

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slie 05.01.2015
1. Landung auf Wasser
Wenn die Experten davon ausgehen, daß die Maschine intakt auf dem Meer gelandet ist, wieso werden dann viele große Trümmer gefunden und von dem Rumpf fehlt jede Spur?
deesdrei 05.01.2015
2. Flugschreiber?
Ist schon (wieder) etwas merkwürdig: wieso ist es derart schwierig, den Flugdatenschreiber zu finden? Dieses Gerät befindet sich, zusammen mit dem CVR, im Heck eines Flugzeuges, i.d.R. unterhalb des Seitenruders. Die Maschine soll ja kaum zerstört sein, auch dieser Artikel hier spricht von "... größeren Wrackteilen". Zudem liegt das Flugzeug mit 30m Tiefe in vergleichsweise flachem Wasser. Die Geräte der Birgen Air Boeing 757, dazumal vor der DomRep, hat man aus 2.500m Tiefe geborgen. Auch wenn man jetzt wegen schlechten Wetters oder hohen Seegangs nicht an den Flugschreiber herankäme, so sollte man doch mittlerweile zumindest dessen Peilsignale, die automatisch ausgesandt werden, geortet haben. Oder?
herrschickhilfe! 05.01.2015
3. Hier gibt es nix zu kommentieren
Ich weiss gar nicht, weshalb man bei einer derartigen Katastrophe ueberhaupt zum kommentieren auffordert? Sollen hier wieder die selbsternannten Flugverkehrs- und Flugzeug-Auskenner zu Wort kommen? Macht doch die Kommentarfunktion bei derlei Ungluecken einfach dicht, das waere vernuenftiger und zeugte von etwas mehr Ruecksicht fuer die Opfer und deren Familien.
walter_e._kurtz 05.01.2015
4. wie so oft; die Details
Zitat von slieWenn die Experten davon ausgehen, daß die Maschine intakt auf dem Meer gelandet ist, wieso werden dann viele große Trümmer gefunden und von dem Rumpf fehlt jede Spur?
So nicht ganz richtig. 1.) hat man anscheinend sehr wohl Teile des Rumpfes gefunden 2.) gehen zwar einige davon aus, das der Flieger bis zum Wasserkontakt intakt war, dann aber offensichtlich zerbrach - also nicht "intakt auf dem Meer gelandet ist". Zw. Bodenkontakt und erfolgreicher Landung besteht leider ein nicht ganz unerheblicher Unterschied. Ansonsten würde ich mich Kommentar #3 anschließen wollen...
tk90 05.01.2015
5. #3
Dann lassen Sie das Kommentieren doch sein! Solange der Ton angesichts dieses schlimmen Unfalls gewahrt wird sehe ich nix pietätloses. Sicherlich wird der Untersuchungsbericht mithilfe der Daten des Flugschreibers die ganze Sache aufklären. Der Artikel im aktuellen Spiegel geht auf die Möglichkeit eines Stalls ein und erwähnt auch den Vorfall der LH bei Bilbao. Mau ist allerdings, dass nur von allgemein von Geschwindigkeit gesprochen wird, ob Ground Speed, TAS oder IAS gemeint ist bleibt völlig offen. Normalerweise zeigt das Radar die für den Stall unwichtige Geschwindigkeit über Grund an, mit Mode-S des Transponders lässt sich aber auch die Indicated Airspeed anzeigen.
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