AirAsia-Flug QZ8501 Weitere Wrackteile des abgestürzten Flugzeugs entdeckt

Die Einsatzkräfte kommen bei ihrer Suche nach dem Wrack des abgestürzten AirAsia-Flugs QZ8501 voran: Weitere Flugzeugteile wurden am Meeresboden gesichtet, die Bergung gestaltet sich schwierig.


Jakarta - Einsatzkräfte haben weitere Trümmerteile des abgestürzten AirAsia-Flugs QZ8501 entdeckt. Die Nachrichtenagentur Reuters sprich von insgesamt vier Teilen, die Deutsche Presse-Agentur berichtet bislang von zwei größeren Funden. Die habe der Chef des indonesischen Rettungsdienstes, Bambang Soelistyo, offiziell bestätigt. "Ich kann bestätigen, dass dies Teile des AirAsia-Flugzeugs sind, nach dem wir gesucht haben", sagte er. Neben einer Ölspur seien im Meer "zwei große Teile" der Passagiermaschine gefunden worden.

Das größere der beiden Objekte sei knapp zehn mal fünf Meter groß, das kleinere etwa sieben mal 0,5 Meter, sagte Soelistyo. Ein Unterwasserroboter sei im Einsatz, um die Fundstücke zu fotografieren. Am Vortag hatte die Besatzung eines indonesischen Marineschiffs die Wrackteile mit Hilfe eines Sonars entdeckt. Nach Angaben des Kapitäns könnte es sich um Teile des Hecks handeln, dies wurde jedoch nicht offiziell bestätigt.

In den vergangenen Stunden wurden zudem weitere Tote aus dem Meer geborgen, mindestens 30 Leichen fanden die Rettungskräfte bislang. Taucher wurden entsandt, um nach weiteren Opfern zu suchen.

Keine Genehmigung für Sonntage

162 Passagiere waren am Sonntagmorgen mit dem Flug QZ8501 auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur. 40 Minuten nach dem Start verschwand das Flugzeug jedoch vom Radarschirm. Warum die Maschine abstürzte, ist weiterhin nicht klar. Bislang ist nur bekannt, dass der Pilot kurz nach dem Start wegen schlechten Wetters um eine Kursänderung bat. Diese wurde genehmigt, die Flugkontrolle untersagte es dem Piloten wegen dichten Flugverkehrs aber, seine Flughöhe anzupassen.

Das indonesische Verkehrsministerium hat aus dem Absturz nun Konsequenzen gezogen: Die Billigfluglinie AirAsia darf die Unglücksroute vom indonesischen Surabaya nach Singapur nicht mehr bedienen. Eine Genehmigung für Air-Asia-Flüge an Sonntagen auf der Strecke habe nicht vorgelegen, begründete das Ministerium in Jakarta die Entscheidung.

vks/dpa/AFP/AP/Reuters

insgesamt 17 Beiträge
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sucramotto 03.01.2015
1. Sonntagsflugverbot?
Was soll denn das mit dem Sonntagsflugverbot? Sollte QZ8701 tatsächlich irrtümlich bzw. außerplanmäßig an einem Sonntag geflogen sein, ist das zwar etwas skurril, hat aber doch überhaupt nichts mit dem Absturz zu tun. Und AA jetzt diese Flüge zu verbieten, für die AA ja anscheinend eh keine Slots /Genehmigung hat, klingt ein bisschen nach blindem Aktionismus, um der Bevölkerung zu beweisen, dass man Konsequenzen aus dem Unglück zieht. Oder habe ich hier irgendetwas übersehen?
jadota 03.01.2015
2. Versteh ich nicht
Eine Kursänderung wurde auf gleicher Höhe akzeptiert auf eine nicht genehmigte Route. Wer erlaubt das schwarzfliegen?
screwdriver 03.01.2015
3. @jadota
Es wird kein Flugzeugführer gezwungen, auf einem festgelegten Kurs und/oder Höhe in eine Schlechtwetterfront zu fliegen. Kurs und Höhenänderungen sind immer in Abstimmung mit der Flugsicherung möglich. Die muss aber, vereinfacht gesagt, erst einmal für Platz sorgen und weitere Instanzen informieren.
fstaudter 03.01.2015
4. Genehmigung für FL340 nicht für FL380
Ich finde den letzten Absatz bzgl der Genehmigung etwas irreführend. Laut AV Herald stellten die Piloten eine Anfrage, um auf Flightlevel 380 zusteigen. Die Flugsicherung benötige allerding 2-3 Minuten für die Rückmeldung. Dann gab es bedingt durch den anderen Flugverkehr keine Freigabe für FL380, aber eine sofortige Freigabe für FL340. Daraufhin gab es allerdings keine Antwort mehr von Flug QZ-8501. Hoffe das hilft weiter!
Hafturlaub 03.01.2015
5.
Zitat von sucramottoWas soll denn das mit dem Sonntagsflugverbot? Sollte QZ8701 tatsächlich irrtümlich bzw. außerplanmäßig an einem Sonntag geflogen sein, ist das zwar etwas skurril, hat aber doch überhaupt nichts mit dem Absturz zu tun. Und AA jetzt diese Flüge zu verbieten, für die AA ja anscheinend eh keine Slots /Genehmigung hat, klingt ein bisschen nach blindem Aktionismus, um der Bevölkerung zu beweisen, dass man Konsequenzen aus dem Unglück zieht. Oder habe ich hier irgendetwas übersehen?
Eventuelle ist am Sonntag auf dieser Route zu viel Betrieb. Die Maschine durfte ja deswegen die Höhe nicht ändern. Am Ende könnte das zum Absturz beigetragen haben.
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