Airbus-Absturz in Ägypten Ermittler hören lautes Geräusch auf Flugschreiber

Noch rätseln Experten über die Absturzursache des russischen Airbus. Jetzt gaben Ermittler bekannt, auf der Blackbox seien ungewöhnliche Geräusche zu vernehmen gewesen. Deutsche Sicherheitsbeamte gehen mittlerweile von einem Terrorangriff aus.
Ermittlungsleiter Ajman al-Mukaddam während der Pressekonferenz: Es werde "allen möglichen Szenarien" nachgegangen

Ermittlungsleiter Ajman al-Mukaddam während der Pressekonferenz: Es werde "allen möglichen Szenarien" nachgegangen

Foto: AP/dpa

Bei der Suche nach der Absturzursache des russischen Passagierflugzeugs in Ägypten gehen Ermittler einem plötzlich aufgetretenen Geräusch nach, das ein Flugschreiber aufgezeichnet hat. Dieses Geräusch sei in der letzten Sekunde der Cockpit-Aufnahme zu hören, sagte Ajman al-Mukaddam, der Leiter des Expertenteams, das den Absturz untersucht. Anschließend sei das Flugzeug per Autopilot geflogen, bevor es offenbar in der Luft auseinandergebrochen sei.

Die Aufnahme werde zur näheren Analyse an ein Speziallabor geschickt. Makaddam betonte, sein Team sei noch zu keinem Ergebnis gelangt, was der Grund für den Absturz sein könnte. Es werde "allen möglichen Szenarien" nachgegangen. Hinweise, wonach es sich um einen Bombenanschlag handeln könnte, seien Ermittlern nicht bekannt.

Die deutsche Regierung hat sich bislang noch nicht offiziell zu möglichen Absturzursachen geäußert, geht aber offenbar nach einem Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.)  davon aus, dass die russische Passagiermaschine durch einen Bombenanschlag des "Islamischen Staates" (IS) zum Absturz gebracht worden ist. Alle verfügbaren Informationen sprächen dafür, sagte ein hoher Sicherheitsbeamter der Zeitung. Der sehr plötzliche Höhenabfall des Flugzeugs, ohne dass die Stimmenrekorder zuvor Unregelmäßigkeiten aufgezeichnet hätten, mache einen Bombenanschlag "sehr plausibel".

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Absturz in Ägypten: Spurensuche auf dem Sinai

Foto: Maxim Grigoriev/ dpa

Bei dem Absturz der russischen Verkehrsmaschine waren vor einer Woche alle 224 Insassen ums Leben gekommen. Auch die britische Regierung vermutet, dass an Bord der Maschine eine Bombe explodiert ist. Ein Ableger der Extremistenmiliz IS, der auf der Halbinsel Sinai aktiv ist, hatte erklärt, er habe als Vergeltung für die russischen Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien einen Anschlag auf die Maschine verübt.

mka/Reuters/AFP
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