Airbus-Notwasserung "Es roch nach verbrannten Vögeln"

Chesley Sullenberger hat in New York seinen mit 155 Menschen besetzten Airbus A 320 sicher auf dem Hudson River gelandet - jetzt spricht der Pilot erstmals im Detail über die dramatischen Minuten im Cockpit. Inzwischen haben Taucher Jet und Flugschreiber geborgen.

New York/Berlin - Chesley Sullenberger und seiner Crew blieben nur Sekunden für die Entscheidung - und wenige Minuten, um die Passagiere auf die Notwasserung vorzubereiten. "Fertigmachen zum Aufprall", sagte der Kapitän, dann setzte er am Donnerstagnachmittag Ortszeit US-Airways-Flug 1549 auf dem Hudson River auf. Alle 155 Menschen an Bord des Airbus A320 überlebten die Notwasserung.

In seiner ersten Aussage zum Unfallhergang berichtete der 57-Jährige den Ermittlern, die Triebwerke seien durch Vogelschlag ausgefallen, die Maschine sei dann "zu tief, zu langsam" gewesen, um den nächstgelegenen Flughafen zu erreichen. Sullenberger und seinem Copiloten sei klar gewesen: Eine Rückkehr zum Flughafen hätte zu einer Katastrophe führen können, sagte der Pilot den Ermittlern. Das gab Kathryn Higgins, Sprecherin der ermittelnden Verkehrssicherheitsbehörde, bei einer Pressekonferenz in New York bekannt. "Es roch nach verbrannten Vögeln", berichtete Sullenberger den Ermittlern weiter.

Nach den Befragungen der Crew-Mitglieder waren kurz nach dem Start in etwa 900 Meter Flughöhe beide Motoren ausgefallen. Zwei Flugbegleiter berichteten laut Higgins, sie hätten noch während des Steigflugs einen lauten Schlag gehört, danach sei das Motorgeräusch völlig verstummt. "Sie haben es als absolute Ruhe beschrieben, wie in einer Bibliothek", sagte Higgins.

Zunächst habe Jeffrey B. Skiles das Flugzeug gesteuert, als die Motoren ausfielen übernahm Sullenberger sofort. "Mein Flugzeug", sagte er seinem Copiloten laut "New York Times". Und der erwiderte nur: "Ihr Flugzeug."

Taucher und Bergungsspezialisten haben inzwischen den Airbus aus dem Wasser gehoben. Die Experten bargen auch die beiden Flugschreiber der Maschine, die zur Auswertung nach Washington gebracht werden. Der an der Unterseite erheblich beschädigte Airbus wurde am Samstagabend auf einen Lastkahn gelegt.

Auch das linke Triebwerk des Flugzeugs wurde nach Angaben der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB möglicherweise im eiskalten Wasser des Hudson geortet. Von der Untersuchung des Triebwerks sowie der Auswertung der Flugschreiber erhoffen sich die Ermittler Aufschluss zur genauen Ursache des Unglücks.

Der Airbus A320

jul/dpa/AP
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